Geschichte

Ehemaliger Kreidebruch in Kreut (Quelle: Otto Hausmann: Alt-Neuburg, Band 6 1994, S. 46)

Geschichtlicher Überblick über die Gemeinde Oberhausen mit ihren vier Ortsteilen

Wenige Kilometer westlich und südwestlich von Neuburg liegt das Gebiet der Gemeinde Oberhausen. Die Donau bildet eine natürliche Abgrenzung nach Norden. In der Sinninger Flur erstreckt sich die Gemeinde weit in das Donaumoos hinein. Geologisch betrachtet befinden sich die Dörfer Ober- und Unterhausen auf einem Ausläufer der Frankenalb südlich der Donau, Sinning auf der eiszeitlichen Lechschotterterrasse. Die Bahnlinie Regensburg-Ulm verläuft zwischen den beiden Landschaftsräumen. Zahlreiche Einzelfunde von Stein- und Knochenwerkzeugen, auch viele verzierte Tonscherben, weisen auf die ersten hier ansässigen Menschen der Jungsteinzeit hin. Von der Besiedlung in den nachfolgenden Epochen zeugen neben den gebräuchlichen Bronze- und Eisenwerkzeugen vor allem die mächtigen Hügelgräber von St. Wolfgang, von der Hirschlache, von der Roten Säule und vom Höfelhof. Die Kelten errichteten eine mächtige Wallanlage auf dem Stätteberg bei Unterhausen südlich der Donau. Römische Legionäre bauten die bedeutende Donau-Süd-Straße von Oberpeiching über Burgheim und Oberhausen nach Oberstimm und Eining. In den Wäldern am Flachsberg und im Höfelholz ist ihre Trassenführung noch klar zu erkennen. An der Mühlhartsfurt in Unterhausen zweigte eine Route nach Norden, Richtung Donau ab. Eine mächtige Brücke führte über den Fluss weiter nach Nassenfels und zum Kastell Pfünz. Die Entstehung von Sinning führt zurück zur alemannisch-bajuwarischen Landnahme in der Völkerwanderungszeit (ing-Orte). Jüngeren Datums sind die die Ortsnamen, die auf –hausen enden.

Burgen

Die Kaiserburg bildete einst den östlichsten Punkt der graisbachischen Besitzungen südlich der Donau. Die Erbauung der „Alten Burg“ fällt wohl in das Ende des 10. Jahrhunderts. Es ist also nicht so, dass die Alte Burg schon vor der jetzigen Stadt Neuburg bzw. deren Stadtbefestigung Bestand hatte oder nach ihr den Namen „Neue Burg“ erhalten hat. Das Verhältnis ist gerade umgekehrt. Die Alte Burg war um das Jahr 1000 im Besitz des Kaisers Heinrich II. Die Marschälle von Pappenheim , zu denen die Kalendine gehörten, bekamen das Amt Neuburg mit der Alten Burg als Lehen. Sitz der Kalendine war damals ihre Burg westlich der Stadt, die Alte Burg, jedoch nicht als Stammsitz.
Zum ersten Mal wurde die Alte Burg im Jahre 1247 durch die Wittelsbacher während der Meraner Fehde zerstört und mit Neuburg ihrem Herrschaftsgebiet einverleibt. Nach ihren Wiederaufbau erfolgte die endgültige Zerstörung 1386.
Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut und steht seither einsam als Ruine im Burgwald. 1607 sollte sie Steinmaterial für den Bau der Hofkirche in Neuburg liefern, aber es war nichts brauchbares mehr verfügbar.

Kurzhistorie

1140

Erstmalige Nennung des Dorfes Sinning in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg.

1214

Oberhausen, Unterhausen und Kreut sind im Pappenheimer Urbar (=Besitzverzeichnis) der Reichsmarschälle von Pappenheim verzeichnet. „Der Marschall ist Vogt über Husen (Unterhausen) und das andere Husen (Oberhausen)“. Kreut wurde als „Gerüt“ aufgeführt.
Während Unterhausen bald als „Grimoldshausen“ unterschieden wird, gebrauchte man für Oberhausen noch lange das Grundwort „Husen“.

1505

Alle vier Orte werden pfalz-neuburgisch.

1506

Die Schönpüchler erhalten die Hofmarksgerechtigkeit in Sinning.

1542 bzw. 1552

Pfalzgraf Ottheinrich führt in Neuburg und so auch in Ober- und Unterhausen sowie in Sinning den protestantischen Glauben ein.

1617

Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburg betreibt im Zuge der Gegenreformation die Rekatholisierung.

1660

Wiederaufbau und Einweihung der heutigen Kirche St. Wolfgang auf dem markanten Berg. Die Wallfahrt dorthin erlebt ihre Blütezeit bis ins 19. Jahrhundert. Hier befindet sich bis zum heutigen Tage eine Gruft als Grablege derer von Weveld.

1721

Wilhelm Adam von Weveld erhält die niedere Gerichtsbarkeit für einen Teil Sinnings, 1730 über das ganze Dorf und Oberhausen (bis 1848). Das Wasserschloss wird zu einer repräsentativen Anlage ausgebaut.

1781

Die Malteser werden die Herren der Hofmark Unterhausen.

18. Jahrhundert

Durch ihre Lage an der Donau-Süd-Straße hatten besonders Ober- und Unterhausen immer wieder unter den durchziehenden Heeren zu leiden.

1800

Schlacht bei Oberhausen, bei der sich französische und bayrisch-österreichische Soldaten gegenüber stehen (Napoleonische Kriege). Zu den zahlreichen Opfern zählt auch der „Erste Grenadier Frankreichs“ Latour d´Auvergne. Das Grundstück mit dem Denkmal über seinem Grab wird noch im selben Jahr Eigentum des französischen Staates. Der Leichnam Latours wird 1889 feierlich nach Paris überführt und im Pantheon beigesetzt.

1874

Durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Regensburg-Ulm verliert die Donau als Verkehrsweg an Bedeutung, der Warentransport wird auf die Schiene verlegt. Unterhausen wird Bahnstation.

1936

Errichtung des Tanklagers der Wifo (Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft, die heutige IVG) und Baubeginn der Wifo-Siedlung für die Werksarbeiter im Norden von Oberhausen.

1945

Das Ende des 2. Weltkrieges bringt schwere Zerstörungen in Ober- und Unterhausen mit Verlusten in der Bevölkerung vor allem durch die Bombardierungen der Alliierten. Am 26./27. April marschieren amerikanische Truppen ein. In der Nachkriegszeit verbessern sich die Lebensumstände nur zögernd, die Kriegsschäden müssen beseitigt und zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen werden. Erst langsam beginnen die Orte wieder zu wachsen.

1959

Belegung der Tillykaserne durch die Bundeswehr. Der Weiler Kreut wird aufgelassen, die Bewohner abgesiedelt, die Höfe später eingeebnet. Das Gelände wird Standortübungsplatz.

1969

Im Zuge der Schulreform werden die Volksschulen Oberhausen, Unterhausen und Sinning zusammengelegt. Die Oberhausener Schule wird als Grundschule fortgeführt, die Hauptschüler müssen nach Neuburg fahren.

1972

Die Gemeinden Oberhausen, Unterhausen und Sinning schließen sich auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Oberhausen zusammen.

1994

Die Tillykaserne wird aufgelöst. Aus ihr entsteht das neue Kreut als vierter Ortsteil der Gemeinde Oberhausen mit Wohn und Gewerbegebiet.

2000

Aufgrund der nahezu ungestörten natürlichen Entwicklung in den 35 Jahren der Bundeswehrnutzung wird der Standortübungsplatz als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

2002

Ausgrabungen auf dem Ulrichsberg bei Unterhausen. Die Fundamente eines Gebäudes (vermutlich aus dem 15. Jahrhundert) weisen vielleicht auf die Kapelle hin, die in einer Sage eine Rolle spielt.

2004

Die Umgehung von Ober- und Unterhausen der Bundestrasse 16 wird eröffnet.

2008

Die Wohnanlage „Lebensräume für Jung und Alt“ in Oberhausen wird eingeweiht.

2011

Das leistungsstarke Multimedia-Breitbandnetz für schnelle Datenübertragung „Oberhausen Unser Ortsnetz“ geht in Betrieb.

2012

Die Gemeinde Oberhausen erhält den Bayerischen Qualitätspreis in der Kategorie "Wirtschaftsfreundliche Gemeinde".

2014

Hausen feiert 800 Jahre erste urkundliche Erwähnung

2015

Das Innovationszentrum wird eingeweiht und die Dorfmitte Unterhausen neu gestaltet.

Der Weiler Kreut Der_Weiler_Kreut.pdf (1,1 MB) Die Tillykaserne Die_Tillykaserne.pdf (1,5 MB) Die Konversion der Tillykaserne Die_Konversion_der_Tillykaserne.pdf (84,5 kB) Zeugnisse der Vergangenheit Zeugnisse_der_Vergangenheit.pdf (41,6 kB) Das Latourdenkmal Das_Latourdenkmal.pdf (988,1 kB) Napoleon am Latour-Denkmal 2010 Napoleon_am_Latour-Denkmal.pdf (116,2 kB) Oberhausener Postgeschichte Die Postgeschichte von Oberhausen an der Donau 2.pdf (1,5 MB) Körpergräberfeld Unterhausen 2010 Koerpergraeberfeld_Unterhausen.pdf (329,8 kB) Sagen und Märchen Sagen und Märchen.pdf (452,7 kB) Neuburger Kieselerde Neuburger Kieselerde.pdf (59,5 kB) Die alten Hausnamen von Oberhausen Die alten Hausnamen von Oberhausen.pdf (25 kB) Kurzchronik Oberhausen an der Donau Kurzchronik.pdf (13,5 kB) Die Vorgeschichte der Ortsumgehung der B 16 Die Vorgeschichte der Ortsumgehung der B 16.pdf (1,4 MB)

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