Glasfaser in Oberhausen

Wir haben es geschafft

Am 3. Juni 2011 sind die ersten Haushalte am Netz. Mit der Inbetriebnahme des Rechenzentrums ist das Bürgerprojekt „Errichtung eines Multimedia-Breitbandnetzes-Glasfaser bis ins Haus (FttH)“ nach mehr als zweieinhalb Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit abgeschlossen.

Am 13.3.2008 wurde den 124 Vertragsnehmern aus dem Gemeindeteil Sinning von Kabel Deutschland (über 300 Verträge waren in der Gemeinde Oberhausen insgesamt gesammelt worden) mitgeteilt, dass ein Ausbau bzw. der versprochene schnelle Internetzugang nicht realisiert werden kann. 100 Bürger in der Bürgerversammlung am 17.3.2008 im Gasthaus Buckl verdeutlichten, wie wichtig in der heutigen Zeit eine schnelle, leistungsfähige Breitbandversorgung ist.

Auf Grund der schlechten Erfahrungen mit Kabel Deutschland und dem Angebot der Telekom über einen 6 Mbit/s Ausbau (Kosten für die Gemeinde 523.000 Euro als Baukostenzuschuss für die Telekom) sollte eine andere Möglichkeit für eine Breitbandversorgung gefunden werden. Nachhaltigkeit, in technischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht, sollte die oberste Prämisse sein. Aus diesem Grund wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war eindeutig: Glasfaserausbau bis ins Haus ist technisch nachhaltig.

Am 16.6.2009 wurde eine europaweite Ausschreibung technik- und anbieterneutral durchgeführt. In den Angeboten sollten auch Möglichkeiten der gemeindlichen Beteiligung erörtert werden. Für die Mitglieder des Gemeinderates der Gemeinde Oberhausen stand von Beginn an fest, dass es eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde Oberhausen nur geben kann, wenn Mitspracherechte verankert, Eigentumsrechte an den Investitionsanlagen gegeben und der Rückfluss der Finanzmittel gewährleistet ist. Diese Vorgaben können durch das Geschäftsmodell von sacoin GmbH sowohl technisch wie auch wirtschaftlich voll erfüllt werden.

Nach der Gründung der „Oberhausen- Unser Ortsnetz GmbH“ am 22.9.2009 wurden die Multiplikatoren geschult, um vom 13.11.2009 bis zum 16.12.2009 die notwendigen Verträge (75 % der Haushalte) zu sammeln. Durch ihren unermüdlichen Einsatz lagen am 15.12.2009 fast 800 unterschriebene Verträge bei der Gemeindeverwaltung vor und die Akzeptanzquote war mehr als erfüllt. Am 16.12.2009 fasste der Gemeinderat einstimmig den Beschluss, ein eigenes Glasfasernetz bis ins Haus (FttH) zu realisieren. Die Investitionssumme von fast 4 Millionen Euro netto (mit dem zusätzlichen Anschluss von Bergen, Stadtteil der Stadt Neuburg a.d. Donau) kann nur auf Grund der hohen Akzeptanzquote wirtschaftlich refinanziert werden.

Das Bürgerprojekt „Errichtung eines Multimedia- Breitbandnetzes“ war und ist geprägt von technischem Weitblick, einer unglaublichen Solidarität unter den Gemeindeteilen und einer gelebten Verbundenheit mit der Gemeinde Oberhausen. Im Namen des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung möchte ich mich bei allen ehrenamtlichen Helfern (Multiplikatoren), bei den Anliegern für das Verständnis für die Unannehmlichkeiten während der Bauzeit, bei den ausführenden Firmen für die geleistete Arbeit, bei der Raiffeisenbank Ehekirchen-Oberhausen eG für die Finanzierung, bei der Firma sacoin GmbH und bei der „Oberhausen - Unser Ortsnetz GmbH“ für die Unterstützung und der vertrauensvollen Zusammenarbeit bedanken.

Ich hoffe und wünsche, dass Unser Ortsnetz- Oberhausen Jahrzehnte störungsfrei läuft und damit einen Beitrag für mehr Lebensqualität leistet.

Ihr
Fridolin Gößl

Erster Bürgermeister
Gemeinde Oberhausen

Es existiert keine eindeutige Definition, ab welcher Geschwindigkeit eine breitbandige Verbindung beginnt. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) definiert einen Dienst oder ein System als breitbandig,  wenn die Datenübertragungsrate über 2 Mbit/s hinausgeht.
Vom lokalen Rechenzentrum, dem sogenannten POP (Point Of Presence), ausgehend werden im gesamten Ausbaugebiet Leerrohre verlegt. Es werden je Haushalt zwei Glasfasern verlegt. In den Glasfaserhaupttrassen wird ein 100-prozentiger zuzüglich Erweiterungsmöglichkeiten vorgesehen.
Durch den Einsatz von ca. 70 Multiplikatoren, Frauen und Männern aus der Gemeinde Oberhausen, die sich bereit erklärt haben die Gemeinde bei der Umsetzung zu unterstützen . . .
Ausgangslage Gemeindeteil Sinning, 770 Einwohner völlig unterversorgt, kein DSL Gemeindeteile Oberhausen, Unterhausen bis zu 60 % mit Kabel Deutschland versorgt Gemeindeteil Kreut wird mit bis zu 6 Mbit/s über die Telekom versorgt Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern, 30 Telefonanschlüsse verfügt über 0,3 Mbit/s Unternehmen mit 30 Mitarbeitern verfügt über 0,7 MBit/s Freie Mitarbeiter/Home-office können ihre Tätigkeiten nur außerhalb der Gemeinde Oberhausen nachgehen Angebot der Telekom für einen Ausbau bis zu 6.016 kbit/s (Downstream) und 576 kbit/s (Upstream) 523.600 Euro Baukostenbeteiligung durch die Gemeinde Oberhausen gefordert (bedeutet verlorene Kostenbeteiligung, kein Mitspracherecht, kein Eigentum; weitere Kosten für weiteren zukünftigen Ausbau z.B. bis zu 16 MBit nicht ausgeschlossen) Ergebnis der Machbarkeitsstudie der Gemeinde Oberhausen: Einziger vernünftiger Ausbau ist die Verlegung eines Glasfasernetzes bis ins Haus (FttH) Machbarkeitsstudie zur Breitbandversorgung in der Gemeinde Oberhausen vom 25. März 2009 Fazit ... die Erkenntnisse, dass bei Investitionen zur Breitbandversorgung über die Kupferdoppelader (DSL System) es zu bedenken gilt, dass diese Technik zwar stetig weiterentwickelt wird, aber nie in puncto Bandbreite mit FttH Netzen konkurrenzfähig sein wird... ... In Skandinavien werden aber schon heute 1000 Mbit per Glasfaser, also FttH angeboten. Dieses Beispiel zeigte klar, dass es bei Investitionen in die Kupferdoppelader ein sehr hohes Risiko gibt, in bereits überholte Technik (fehl) zu investieren... ... über die Hälfte der Kommunen in Schweden besitzen eigene Glasfaserinfrastruktur, die entweder die Kommune selbst oder der kommunale Energieversorger betreibt... ... Breitbandversorgung per Funk und/oder Kupferdoppelader (ADSL) ist im Hinblick auf das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von mindestens 50 Mbit Bandbreite pro Benutzer nur als Übergangslösung zu sehen... ... Ergebnis der Studie war, dass die Gemeinde Oberhausen mit FttH (Glasfasernetz) die finale Ausbaustufe des Breitbandnetzes erreicht. Jede Maßnahme, die das FttH Netz zum Ziel hat, ist richtig... (Auszüge/Zitate aus der Machbarkeitsstudie vom 25.03.2009, H. Dipl.-Ing. (FH) Thomas Lecker) Förderung der Ausbaumaßnahme Eine Förderung wurde auf mehrmaliger Anfrage nicht gewährt, da der Ausbau mit FttH-Glasfaser bis ins Haus 50 MB Up- und Download keine Wirtschaftlichkeitslücke ausweist. die Glasfaserinfrastruktur über den Backbone hinaus bis hin zum einzelnen Teilnehmer heute Stand der Technik ist und daher technisch nicht als pilotwürdig eingestuft werden kann. Ziel der Gemeinde Oberhausen Nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit Breitband in wirtschaftlicher wie auch technischer Hinsicht. Integrierte Gesamtlösung mit zukunftsfähigem Glasfasernetz FttH, 50 MBit/s up- und download im Einstieg sowie Ausbaufähigkeit. Kommunales Eigentumsrecht, Mitspracherecht, Refinanzierung der Infrastruktur ohne kommunalen Mitteleinsatz; Die Wirtschaftlichkeit des Projektes konnte nur durch eine Anschlussquote von 75% der Haushalte erreicht werden. Diese Vorgaben konnte nicht alleine durch die Mitglieder des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung erzielt werden. Es konnten rund 70 Bürgerinnen und Bürger als Multiplikatoren gewonnen werden, die dieses Projekt den einzelnen Haushalten vorstellten.
Baubeginn Juni 2010 Backboneanschluß
Berichterstattung vom Donaukurier

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