Das Innovationszentrum

Innovativ ist zukunftsfähig!

Geschichte

Geschichtlicher Überblick über die Gemeinde Oberhausen mit ihren vier Ortsteilen

Wenige Kilometer westlich und südwestlich von Neuburg liegt das Gebiet der Gemeinde Oberhausen. Die Donau bildet eine natürliche Abgrenzung nach Norden. In der Sinninger Flur erstreckt sich die Gemeinde weit in das Donaumoos hinein. Geologisch betrachtet befinden sich die Dörfer Ober- und Unterhausen auf einem Ausläufer der Frankenalb südlich der Donau, Sinning auf der eiszeitlichen Lechschotterterrasse. Die Bahnlinie Regensburg-Ulm verläuft zwischen den beiden Landschaftsräumen. Zahlreiche Einzelfunde von Stein- und Knochenwerkzeugen, auch viele verzierte Tonscherben, weisen auf die ersten hier ansässigen Menschen der Jungsteinzeit hin. Von der Besiedlung in den nachfolgenden Epochen zeugen neben den gebräuchlichen Bronze- und Eisenwerkzeugen vor allem die mächtigen Hügelgräber von St. Wolfgang, von der Hirschlache, von der Roten Säule und vom Höfelhof. Die Kelten errichteten eine mächtige Wallanlage auf dem Stätteberg bei Unterhausen südlich der Donau. Römische Legionäre bauten die bedeutende Donau-Süd-Straße von Oberpeiching über Burgheim und Oberhausen nach Oberstimm und Eining. In den Wäldern am Flachsberg und im Höfelholz ist ihre Trassenführung noch klar zu erkennen. An der Mühlhartsfurt in Unterhausen zweigte eine Route nach Norden, Richtung Donau ab. Eine mächtige Brücke führte über den Fluss weiter nach Nassenfels und zum Kastell Pfünz. Die Entstehung von Sinning führt zurück zur alemannisch-bajuwarischen Landnahme in der Völkerwanderungszeit (ing-Orte). Jüngeren Datums sind die die Ortsnamen, die auf –hausen enden.

Burgen

Die Kaiserburg bildete einst den östlichsten Punkt der graisbachischen Besitzungen südlich der Donau. Die Erbauung der „Alten Burg“ fällt wohl in das Ende des 10. Jahrhunderts. Es ist also nicht so, dass die Alte Burg schon vor der jetzigen Stadt Neuburg bzw. deren Stadtbefestigung Bestand hatte oder nach ihr den Namen „Neue Burg“ erhalten hat. Das Verhältnis ist gerade umgekehrt. Die Alte Burg war um das Jahr 1000 im Besitz des Kaisers Heinrich II. Die Marschälle von Pappenheim , zu denen die Kalendine gehörten, bekamen das Amt Neuburg mit der Alten Burg als Lehen. Sitz der Kalendine war damals ihre Burg westlich der Stadt, die Alte Burg, jedoch nicht als Stammsitz.
Zum ersten Mal wurde die Alte Burg im Jahre 1247 durch die Wittelsbacher während der Meraner Fehde zerstört und mit Neuburg ihrem Herrschaftsgebiet einverleibt. Nach ihren Wiederaufbau erfolgte die endgültige Zerstörung 1386.
Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut und steht seither einsam als Ruine im Burgwald. 1607 sollte sie Steinmaterial für den Bau der Hofkirche in Neuburg liefern, aber es war nichts brauchbares mehr verfügbar.

Kurzhistorie

1140

Erstmalige Nennung des Dorfes Sinning in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg.

1214

Oberhausen, Unterhausen und Kreut sind im Pappenheimer Urbar (=Besitzverzeichnis) der Reichsmarschälle von Pappenheim verzeichnet. „Der Marschall ist Vogt über Husen (Unterhausen) und das andere Husen (Oberhausen)“. Kreut wurde als „Gerüt“ aufgeführt.
Während Unterhausen bald als „Grimoldshausen“ unterschieden wird, gebrauchte man für Oberhausen noch lange das Grundwort „Husen“.

1505

Alle vier Orte werden pfalz-neuburgisch.

1506

Die Schönpüchler erhalten die Hofmarksgerechtigkeit in Sinning.

1542 bzw. 1552

Pfalzgraf Ottheinrich führt in Neuburg und so auch in Ober- und Unterhausen sowie in Sinning den protestantischen Glauben ein.

1617

Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburg betreibt im Zuge der Gegenreformation die Rekatholisierung.

1660

Wiederaufbau und Einweihung der heutigen Kirche St. Wolfgang auf dem markanten Berg. Die Wallfahrt dorthin erlebt ihre Blütezeit bis ins 19. Jahrhundert. Hier befindet sich bis zum heutigen Tage eine Gruft als Grablege derer von Weveld.

1721

Wilhelm Adam von Weveld erhält die niedere Gerichtsbarkeit für einen Teil Sinnings, 1730 über das ganze Dorf und Oberhausen (bis 1848). Das Wasserschloss wird zu einer repräsentativen Anlage ausgebaut.

1781

Die Malteser werden die Herren der Hofmark Unterhausen.

18. Jahrhundert

Durch ihre Lage an der Donau-Süd-Straße hatten besonders Ober- und Unterhausen immer wieder unter den durchziehenden Heeren zu leiden.

1800

Schlacht bei Oberhausen, bei der sich französische und bayrisch-österreichische Soldaten gegenüber stehen (Napoleonische Kriege). Zu den zahlreichen Opfern zählt auch der „Erste Grenadier Frankreichs“ Latour d´Auvergne. Das Grundstück mit dem Denkmal über seinem Grab wird noch im selben Jahr Eigentum des französischen Staates. Der Leichnam Latours wird 1889 feierlich nach Paris überführt und im Pantheon beigesetzt.

1874

Durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Regensburg-Ulm verliert die Donau als Verkehrsweg an Bedeutung, der Warentransport wird auf die Schiene verlegt. Unterhausen wird Bahnstation.

1936

Errichtung des Tanklagers der Wifo (Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft, die heutige IVG) und Baubeginn der Wifo-Siedlung für die Werksarbeiter im Norden von Oberhausen.

1945

Das Ende des 2. Weltkrieges bringt schwere Zerstörungen in Ober- und Unterhausen mit Verlusten in der Bevölkerung vor allem durch die Bombardierungen der Alliierten. Am 26./27. April marschieren amerikanische Truppen ein. In der Nachkriegszeit verbessern sich die Lebensumstände nur zögernd, die Kriegsschäden müssen beseitigt und zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen werden. Erst langsam beginnen die Orte wieder zu wachsen.

1959

Belegung der Tillykaserne durch die Bundeswehr. Der Weiler Kreut wird aufgelassen, die Bewohner abgesiedelt, die Höfe später eingeebnet. Das Gelände wird Standortübungsplatz.

1969

Im Zuge der Schulreform werden die Volksschulen Oberhausen, Unterhausen und Sinning zusammengelegt. Die Oberhausener Schule wird als Grundschule fortgeführt, die Hauptschüler müssen nach Neuburg fahren.

1972

Die Gemeinden Oberhausen, Unterhausen und Sinning schließen sich auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Oberhausen zusammen.

1994

Die Tillykaserne wird aufgelöst. Aus ihr entsteht das neue Kreut als vierter Ortsteil der Gemeinde Oberhausen mit Wohn und Gewerbegebiet.

2000

Aufgrund der nahezu ungestörten natürlichen Entwicklung in den 35 Jahren der Bundeswehrnutzung wird der Standortübungsplatz als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

2002

Ausgrabungen auf dem Ulrichsberg bei Unterhausen. Die Fundamente eines Gebäudes (vermutlich aus dem 15. Jahrhundert) weisen vielleicht auf die Kapelle hin, die in einer Sage eine Rolle spielt.

2004

Die Umgehung von Ober- und Unterhausen der Bundestrasse 16 wird eröffnet.

2008

Die Wohnanlage „Lebensräume für Jung und Alt“ in Oberhausen wird eingeweiht.

2011

Das leistungsstarke Multimedia-Breitbandnetz für schnelle Datenübertragung „Oberhausen Unser Ortsnetz“ geht in Betrieb.

2012

Die Gemeinde Oberhausen erhält den Bayerischen Qualitätspreis in der Kategorie "Wirtschaftsfreundliche Gemeinde".

2014

Hausen feiert 800 Jahre erste urkundliche Erwähnung

2015

Das Innovationszentrum wird eingeweiht und die Dorfmitte Unterhausen neu gestaltet.

Historische Beiträge

Roland Holzmayr
  Roland Holzmayr Die Burgwald- bzw. Tillykaserne und der angrenzende Standortübungsplatz bestanden zwischen 1959 und 1994. Sie lagen überwiegend auf der Gemarkung der Gemeinde Oberhausen und sind deshalb Teil der Ortsgeschichte. Schon 1952, also während d er heißen Phase der Wiederbewaffnungsdebatte in Deutschland, wandte sich die Stadt Neuburg an die Dienststelle Blank und machte auf die vorhandenenKasernen aufmerksam. Neuburg erlebte schwierige Zeiten und erhoffte sich von einer Stationierung einen wirtschaftlichen Aufschwung. Allerdings war man auch bestrebt, eine erneute und diesmal massive Belegung der Kasernen mit Flüchtlingen zu verhindern. Dieses Ansinnen war erfolglos, aber Neuburg kam so in den Kreis der Städte, die später für eine Stationierung von Bundeswehr-Truppenteilen in Frage kam.1 1954 wurde durch eine Kommission festgestellt, dass die vorhandene Lassigny-Kaserne für eine moderne Armee ungeeignet ist und man forderte einen Neubau. Im Januar 1956 wurden die Absichten konkret und es begannen die Planungen für einen Kasernenneubau außerhalb der Stadt mit direktem Zugang zu einem Übungsplatz. Die Bundeswehr forderte ein Gelände, das eine moderne Infanterie- und Grenadierausbildung ermöglichte. Schon während des 2. Weltkrieges bildete die Wehrmacht in der Gegend des Burgwaldberges Infanteristen aus2 und so war es wohl kein Zufall, dass man sich nun ebenfalls für den Bereich Burgwald, Krammetsberg und Schönbühl entschied. Die Verhandlungen über den Erwerb der erforderlichen Grundstücke waren äußerst schwierig. Letztlich war der Erfolg der Familie von Philipp zu verdanken, die den größten Teil des nötigen Grundes einbrachte, der überwiegend auf Oberhausener Gemarkung lag.3 Leid tragend waren die Bewohner des Weilers Kreut, die zwischen 1958 und 1961 abgesiedelt werden mussten. Die Gebäude wurden von der Bundeswehr teilweise noch für die Ausbildung im Häuserkampf genutzt und die letzten 1970 auf Veranlassung der Standortverwaltung Neuburg durch die Fa. Rucker abgerissen. Die Gemeinde Oberhausen wurde 1956 mit den Planungen konfrontiert. Die Gemeinde war Eigentümer des Wegenetzes auf dem künftigen Übungsplatz und ein kleiner Teil des
Gemeindewaldes war betroffen. Der Gemeinderat beschloss im August 1956, dass keine Grundstücke verkauft werden sollen und im Februar 1958, dass die Wegerechte insbesondere auf dem Weg von der B16 über Kreut und über die Bahnlinie zum Doferhof erhalten bleiben müssen. Die Einrichtung eines „Militärischen Sicherheitsbereiches“ stand dem natürlich entgegen und letztlich einigte man sich 1959 mit der Bundesvermögensverwaltung und erhielt für die abzutretenden Wege und Gründe einen Ausgleich im Tausch. Dazu erreichte man die Erhaltung des Kreuter Friedhofes.4 Der Kasernenbau:   März 1958 Beginn der Erschließung Mai 1958 Beginn Kanalbau vom Krammetsberg bis nach Neuburg Juni 1958 bis November 1959 Tiefbau Oktober 1958 bis Juli 1962 Hochbau Beteiligte Genaralunternehmer: ArGe Berger
Überland AG
Arge Radmer/Deutsche Tiefbau
Dyckerhoff & Wittmann
Hochtief
Rucker
Forster
Holzmann
Sager & Wörner April 1959 Richtfest 28. September 1959 Einzug des Panzergrenadierbataillons 281 Juli 1962 Fertigstellung des letzten Gebäudes Baukosten bis 1962 ca. 17 Millionen DM
dazu ca. 1 Million DM für den Kanalbau Die Namensgebung: Der Wunsch des ersten Kommandeurs des Panzergrenadierbataillons 281, Oberstleutnant von Bernhardi, der neuen Kaserne auf dem Burgwaldberg den Namen „Max-Emanuel-Kaserne“ zu geben, wurde seitens des Stadtrates abgelehnt, nachdem Stadtrat Nebinger die historischen Ereignisse um den „Kriegshelden“ Max-Emanuel aufgezeigt hatte. Aus politischen Gründen entschied sich der Stadtrat auf den unverfänglichen Namen „Burgwaldkaserne“.5 Am 01.12.1964 wurde die Kaserne in Tillkaserne umbenannt. Der Anlass dazu ist nicht mehr bekannt. Der Feldherr Tilly wurde im Dreißigjährigen Krieg 1632 während der Schlacht bei Rain am Lech gegen die Schweden schwer verletzt und über Neuburg nach Ingolstadt verbracht, wo er verstarb. Abb. 1: Das originale Kasernenschild (militärgeschichtliche Sammlung JG 74)
Die Alte Burg Die Ruine der Alten Burg liegt ca. 2,5 Kilometer östlich von Oberhausen. Sie ist umgeben von dichten Laub- und Nadelwäldern. Nach Norden hin bietet das Steilufer zur Donau einen natürlichen Schutz. Die anderen Seiten der Burg sind durch einen tiefen Burggraben gesichert.   Die Alte Burg wurde gegen Ende des 10. Jahrhunderts erbaut. Heute ist von der Burg nur noch ein großer Teil der westlichen hohen Außenmauer erhalten. In ihr sind die Fenster deutlich sichtbar. Die Löcher in der Mauer auf der Innenseite sind wohl Balkenlöcher, und man kann aus ihrer Anlage in vier Reihen erkennen, daß die Burg etwa fünf Etagen besaß. Die quadratische Grube in der Mitte der Südseite dürfte wohl das Fundament des Bergfriedes sein. Auch die Überreste eines Brunnens sind noch zu sehen.
von Georg Habermayr, Roland Holzmayr und Ludwig Ried Oberhausen, Höfelhof, Beuthmühle und Kreut: Alte Haus-Nr.: Alter Hausname: Anschrift heute: 1 Beim Wirt, Tafernwirt Hauptstr. 11 2 Beim Stephenjackl Hauptstr. 15 3 Beim Schneider Hauptstr. 15 4 Beim Schneidermartl Hauptstr. 17 5 Beim Zimmermann, beim Kapperer Hauptstr. 30 6 Beim Zucherer Hauptstr. 21 7 Beim Zimmerpeter Hauptstr. 23 8 Beim Melber, beim Schreiner Nussbaumstr. 22 9 Beim Wanger, Wagner Hauptstr. 29 10 Beim oberen Schuster, beim Nazi Nussbaumstr. 37 11 Beim Zimmerfriedl Sinninger Str. 6 12 Beim Paulahans, beim Zwickel Hauptstr. 31 13 Beim Grafen, Armenhaus abgegangen 14 Beim Schmied Hauptstr. 24 15 Beim Gärtner Hauptstr. 39 16 Beim Sixtbaur Hauptstr. 28 17 Beim Kapper, beim Kröpfl Hauptstr. 16 18 Beim Schneiderseppl, beim Schaf Hauptstr. 14 19 Beim Poster Hauptstr. 12 20 Beim Spreng Kirchstr. 12 21 Beim Gallabaur Kirchstr. 7 22 Beim Ullerbaur Kirchstr. 3 23 Beim Scharrer Kirchstr. 1 24 Beim Taschlbaur abgegangen 25 Beim Bäck Kirchstr. 8 26 Beim Gall Am Winkel 1 27 Beim Winkelschuster Am Winkel 5 28 Beim Göbel Am Winkel 9 29 Beim Schullehrer, beim Mesner 1976 abgebrochen 30 Beim Jungbauer Am Winkel 17 31 Beim Kummeterbaur abgegangen 32 Beim Schwab Hauptstr. 5 33 Beim Schäffler Hauptstr. 9 34 Beim Mangbaur Hauptstr. 10 35 Pfarrkirche, Pfarrhof Kirchstr. 2 36 Beim Schaffler, beim Spiegel, Hüthaus abgegangen 37 Beim Höfelbaur Höfelhof 1 38 Beuthmühle Beuthmühle 39 Beim Nazi Kreut, abgegangen 40 Beim Gögl Kreut, abgegangen 41 Beim Koppelbaur Kreut, abgegangen   Sinning, St. Wolfgang, Kastlmühle, Stelzhof und Achhäuser: Alte Haus-Nr.: Alter Hausname:
-heute noch gebräuchlich
-früher gebräuchlich Anschrift heute: 1 Beim Schaffler
- Im Unterdorf 21 2 Beim Hoiner
- Im Unterdorf 19 3 Beim untern Bäck
- Im Unterdorf 17 4 Beim Palleis
Beim Hanslbauer Im Unterdorf 15 5 -
Beim Woizer Im Unterdorf 13 6 -
Beim Bock Toni Im Unterdorf 9 7 Beim Schneiderbaur
- Im Unterdorf 7 8 -
Beim Gredler Im Unterdorf 5 9 Beim Berglerbäck
- Im Unterdorf 3 10 Schlosswirtschaft
Schlosswirtschaft Im Unterdorf 2 11 -
Beim Schimml Im Unterdorf 1 12 Beim Bergbauer
- Kirchplatz 7 13 Beim Kramer
- Kirchplatz 2 14 -
Beim Golling Im Oberdorf 15 15 Beim Hebbi
- Im Oberdorf 13 15 1/2 Bei der Hebamme
- Metzgergasse 4 16 Beim Spitlbauer
- Im Oberdorf 16 17 Beim Dober
- Im Oberdorf 18 18 Beim Metzger
- Metzgergasse 2 19 Beim Brigl
- Metzgergasse 1 20 -
Beim Probst Im Oberdorf 20 21 Beim Buckl
- Im Oberdorf 22 22 Beim Leidl
- Im Oberdorf 24 23 Beim Schafflerbaur, Eder
- Herrengasse 3 24 Beim Koppi
- Herrengasse 2 25 Beim Maurerschuster
- Herrengasse 4 26 Beim Konrad
Beim Moder Herrengasse 6 27 Beim Kroiss
- Herrengasse 8 28 Beim Wanger
- Herrengasse 7 29 -
Beim Weber erloschen 30 Beim Six
- Herrengasse 12 31 Beim Schmied
- Herrengasse 14 32 Beim Schmied
- Herrengasse 16 32 1/2 S´Arbeiterhaus
- St.-Wolfgang-Str. 2 33 Beim Doverbaur
- Kirchplatz 4 34 alt Beim Sandbauer
- 1830 abgebrochen 35 Beim Closenbauer 1827 abgebrochen 36 Beim Schreiner
- St.-Wolfgang-Str. 12 37 Beim Hausmeister
- St.-Wolfgang-Str. 18 38 Beim Spitzer
- St.-Wolfgang-Str. 25 39 -
Beim Schmied Martl Im Weiler 2 40 Beim Closenbaur Im Weiler 6 41 Beim Gori
- Im Weiler 5 42 Beim Veit
- Im Weiler 1 43 Beim Motz
- Im Weiler 8 44 Beim Weigörgl
- Im Weiler 7 45 Beim Späth
- Im Weiler 9 46 Beim Woizermartl
- Im Weiler 10 47 Beim Gärtner
- Im Weiler 12 48 Beim Bley
- Im Weiler 14 49 Beim Dorfmüller
- Mühlweg 23 50 Kastlmühle
Kastlmühle Kastlmühle 1 51 Stelzhof
Stelzhof Stelzhof 1 52 Schloss
Schloss v. Weveldweg 6 52 1/2 S´Verwalterhaus, Försterhaus
S´Verwalterhaus v. Weveldweg 1 52 1/4 S´Bräuhaus
S´Bräuhaus v. Weveldweg 7 53 Pfarrhof
Pfarrhof Kirchplatz 3 53 1/2 Kirche
Kirche Kirchplatz 1 54 Schule alt
- Kirchplatz 5 55 S´Armenhaus
- St.-Wolfgang-Str. 26 55 1/2 S´Hüathaus
- St.-Wolfgang-Str. 24 56 Maurerhaus, S´Gottliebhaus,
- erloschen 57 Beim Burler
- St.-Wolfgang-Str. 2 58 Wolfgangwirt
Wolfgangwirt St.-Wolfgang 1 59 Mesnerhaus (St. Wolfgang) abgegangen 60 Benefiziatenhaus abgegangen 61 Kirche St. Wolfgang
Kirche St. Wolfgang St.-Wolfgang 3 62 Beim Karmann
- Achhäuser 67 Beim Gießböck
- Leidlinger Str. 21   Unterhausen und Ziegler: Alte
Haus-Nr.: Alter Hausname:
-Urkataster
-1938
-2000 Anschrift heute: 1 Beim Bäckerbauer
Beim Beckerbauer
Beim Bäckerbauer Birkenstr. 10 2 Beim Stöcklhiesel
Beim Haupt
Beim Haupt Birkenstr. 3 3 Beim Pfeifer
Beim Baumgärtner
Beim Baumgartner Lehenweg 10
Lindenstr. 10 4 Beim Zimmermann
Beim Zimmerer
Beim Zimmerer Lehenweg 4 5 Beim Bäck
-
- Erlenweg 2 6 Beim Weberjoseph
Beim Kreterer
Beim Greterer Keltenstr. 9 7 Beim Weberhannes
Beim Spitzer
Beim Spitzer Keltenstr. 13 8 Beim Seewald
-
Beim Wittmann Keltenstr. 15
Erlenweg 33 9 Beim Schneiderseppel
-
Beim Grabinger Keltenstr. 8
Keltenstr. 12 10 Beim Märtl
Beim Mertel
Beim Mierl Keltenstr. 2 11 Beim Koppelbauer
Beim Kobauer
Beim Koppbauer Geiselanger 18 12 Beim Widmann
Beim Weber
Beim Weber Geiselanger 16 13 Beim alten Mesner
(Post)
Beim Gramlich Römerweg 3
Römerweg 1 14 Beim Wagner
Beim Riegler
Beim Riegler Römerweg 2 15 Beim Bockwastel
Beim Kolbauer
Beim Keubauer Geiselanger 14 16 Beim Stauber
Beim Metzger
Beim Metzger Geiselanger 12
Blumenstr. 6 17 Beim Ziegler
-
Beim Rehn Geiselanger 10 18 Beim Maurer
-
Beim Schreiner Geiselanger 8 19 Beim Schusterbernhard
Beim Paula
Beim Pauler Geiselanger 6 20 Beim Ziegelschneider
Beim Völler
Beim Völler Geiselanger 4 21 Beim Hauserbauer
Beim Hauserbauer
Beim Hausebauer Geiselanger 2 22 Schule
-
Schule Geiselanger 1 23 Beim Schmied
Beim Schmid
Beim Schmied Latourstr. 29 24 Beim Kirchenbauer
Beim Pähter
Beim Grafwastel Dr. Kirchner Platz 5 25 Beim Schuhmacher
-
Beim Schury Dr. Kirchner Platz 8 26 Beim Mesner
Beim Pantl
Beim Bandel Dr. Kirchner Platz 4
Dr. Kirchner Platz 6
Bahnhofstr. 56 27 Beim Stöckl
-
Beim Bäck Latourstr. 30 28 Beim Stöckl
-
Beim Bäck Dr. Kirchner Platz 2 29 Beim Pährl
Beim Behl
Beim Bedel Lindenstr. 1 30 Pfarrhof
-
Pfarrhof Lindenstr. 2 31 Beim Wirt
-
Beim Wirt Lindenstr. 6 32 Beim Ziegler
-
Beim Burzler Am Ziegler 8 33 -
-
Beim Brandl Am Ziegler 6
Am Ziegler 17 35 -
-
Hüthaus Birkenstr. 15 36 -
Beim Schelkshorn
Beim Hanner Latourstr. 1 37 -
-
Beim Busl Latourstr. 24
Latourstr. 22 38 -
-
Beim Stauber Birkenstr. 1 39 -
-
Beim Flaschenwirt Lindenstr. 8 40 -
-
Beim Völler Michel Bahnhofstr. 44 41 -
-
Beim Brosl Lindenstr. 15 42 -
Beim Nazl
Beim Nazl Bahnhofstr. 13 43 -
-
Beim Wieland Lindenstr. 11 44 -
-
Bem Wegmacher Latourstr. 18 44 1/2 -
-
Beim Birkmeier Latourstr. 20 45 -
-
Beim Wiedemann Lindenstr. 9 46 -
-
Beim Schabacker Keltenstr. 1 47 -
-
Beim Gogl Latourstr. 14 48 -
-
Kalkwerk Bahnhofstr. 40 49 -
-
Beim Waller Lindenstr. 7 50 -
-
Beim Rehm Latourstr. 23
Latourstr. 19
Latourstr. 21 51 -
Beim Kirchbauer
Beim Kirchbauer Latourstr. 17 51 1/2 -
-
Beim Beck Latourstr. 15 52 -
-
Beim Huber Birkenstr. 9 53 -
-
Bei der Ettinger Lina Erlenweg 1 54 -
-
Beim Fahnenschreiber Alfons Am Flachsberg 11 55 -
-
Beim Stemmer Ignaz Lehenweg 3 56 -
-
Beim Fahnenschreiber Edmund Am Flachsberg 9 57 -
-
Beim Leppmeier Birkenstr. 16 58 -
-
Beim Stemmer Ignaz Latourstr. 12
Schon viele beschäftigten sich mit dem einzigartigen Rohstoff. Bereits die Römer gewannen in der Umgebung Neuburgs an unbekannter Stelle Ton und vermutlich auch Kieselerde für die feuerfeste Auskleidung von Brennöfen, eventuell auch für Töpferwaren. Ab dem 17. Jahrhundert wurden eine Reihe von "Tongruben" in der Umgebung von Bergen betrieben, meist im Nebenerwerb mit landwirtschaftlichen Dienstboten. Anfangs war das wohl im Tagebau möglich, spätestens ab 1800 musste dann untertage abgebaut werden. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die damals bei Bergen bekannten Vorkommen erschöpft. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Ton-Lagerstätten im Neuburger Burgwald entdeckt. Bald danach förderten dort einige Unternehmer unabhängig voneinander den für Steingut sehr gut geeigneten Ton, wahrscheinlich auch schon mit der Kieselerde. Johann Baptist Koller hatte wohl den größten Betrieb. Er beschäftigte sich auch nachgewiesenermaßen mit der Aufbereitung der Kieselerde für andere Zwecke als Tonwaren. Ab 1830 trat die Kieselerde endgültig in den Vordergrund und die Tongewinnung verschwand fast ganz. Da die feine, geschlämmte Kieselerde an Malerbetriebe, Farbenfabriken und die Putzmittelindustrie gut zu verkaufen war, richteten einige Grundeigentümer selbst Gruben und Schlämmereien an teilweise heute nicht mehr bekannten Stellen ein. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts dehnten sich die Gewinnungsorte bis nach Kreuth und Oberhausen im Westen aus. Im Osten, in Joshofen, wurde von etwa 1840 bis 1860 Kieselerde abgebaut und wahrscheinlich dort geschlämmt. Auch von einer ab Mitte des 19. Jahrhunderts betriebenen Grube und Schlämmerei in Wellheim wird berichtet. Im Jahr 1893 kauften die Leipziger Kaufleute Friedrich Adolf Schulz und Gustav Adolf Philipp den ältesten, größten und technisch besten Betrieb von Katharina Schneider, der Enkelin Johann Baptist Kollers. Für ihre Putzmittelfabrik "Fritz Schulz jun. AG" in Leipzig hatten die neuen Eigentümer seit 1891 von Schneider die Neuburger Kieselerde bezogen. Sie gründeten die Firma "Vereinigte Neuburger Kreidewerke Schulz & Philipp", bauten die an der Klause gelegene Fabrik weiter aus und kauften in den folgenden Jahren die meisten kleinen Betriebe südlich der Donau auf. Max Josef Schneider, der Sohn von Katharina Schneider, und wiederum dessen Sohn Dr. Max Schneider, blieben dem Unternehmen übrigens als Fabrikdirektoren treu. Das Unternehmen ging 1900 in wesentlichen Teilen in der "Fritz Schulz jun. AG" auf. Letztere übernahm Anfang der 20er Jahre die "Aktiengesellschaft für Neuburger Kieselweiss". Nach dem 2. Weltkrieg firmierte die "Fritz Schulz jun. AG" unter "Globus-Werke Fritz Schulz jun.". Im Jahr 1971 verkauften die Gesellschafter den Bereich Kieselerde an die Franz Hoffmann & Söhne KG. Eine kleine Grube bei der Ortschaft Kreuth ging durch mehrere Hände. Der Engländer Charles Mason hatte sie 1899 samt einer Schlämmerei von der Firma Trinkler & Co., Leipzig, gekauft. Mason besaß eine Putzmittelfabrik in Hull/England, in die pro Jahr nur etwa drei bis sechs Waggons verschickt wurden. Förderung und Schlämmerei in Kreuth lagen, offenbar wegen geschäftlicher Schwierigkeiten Masons, ab 1912 vollständig still. Nach dem 1. Weltkrieg wollte die Firma Reckitt & Sons, welche die Firma Mason und damit auch die Grube Kreuth übernommen hatte, den Betrieb wieder aufnehmen. Das relativ kleine Vorkommen baute schließlich Franz Hoffmann & Söhne für Reckitt & Sons im Lohn ab und bereitete es für diese damals größte Putzmittelfabrik der Welt im Neuburger Werk auf. Nach Erschöpfung des Tagebaus Kreuth kaufte Reckitt & Sons kein eigenes Vorkommen mehr. Die im Jahr 1910 vom Grafen Moy, kleineren Grundbesitzern und norddeutschen Industriellen gegründete "Aktiengesellschaft für Neuburger Kieselweiss" sicherte sich Abbaurechte nördlich der Donau und betrieb hauptsächlich die Gruben Molster und Weingarten zwischen Bittenbrunn und Riedensheim. Im Vertrieb arbeitete man exklusiv mit den Vereinigten Farbwerken AG Wunsiedel zusammen. Die Kieselweiss AG wurde vor 1922 von der "Fritz Schulz jun. AG" übernommen und als Gesellschaft wie auch als Betrieb neben der Muttergesellschaft weiter betrieben. Das Bayerische Kreidewerk Straß baute ab 1912 nacheinander in Oberhausen und Ried ab. Es gehörte mehreren Privatleuten sowie Unternehmern und ging 1913/1914 in den Besitz der Firma Siegel & Co. in Köln über, welche das bekannte Metallputzmittel Sidol herstellte. Die Firma übernahm in den 30er Jahren in Wellheim Werk und Grube der Vereinigten Ultramarinwerke in Leverkusen, firmierte dann unter "Bayerische Kreidewerke" und wurde selbst 1954 an Franz Hoffmann & Söhne verkauft. Die Ultramarinfarbenfabrik Schweinfurt errichtete 1921 in Wellheim einen Betrieb, dessen Inhaber schon 1923 die Vereinigten Ultramarinwerke in Leverkusen wurden. Vor 1933 ging der Betrieb an die Firma Siegel & Co., denen bereits das Bayerische Kreidewerk Straß gehörte. An den Baumeister Franz Hoffmann trat Ende des 19. Jahrhunderts Charles Mason, der Eigentümer der kleinen Grube in Kreuth, mit dem Auftrag heran, für ihn eine Kieselerdefabrik als Ersatz für seine unzureichende Schlämmerei zu planen und zu errichten. Dadurch kam Franz Hoffmann mit der Problematik der Kieselerde in Berührung und musste sich bei der Planung intensiv mit dieser Technik auseinandersetzen. Als es nach längerer, intensiver Planungsarbeit nicht zur Realisierung des Projektes kam, saß Franz Hoffmann ohne Deckung seiner Kosten auf den Plänen. So fasste er den Entschluss, selber auf dem heutigen Grundstück in der Münchener Straße in Neuburg, anschließend an das ihm gehörende Sägewerk, eine "Dampfschlämmerei für die echte Neuburger kieselsaure Kreide" zu errichten. Das geschah im Jahre 1903, nachdem er vorher die Rohstoffversorgung mit Kieselerde durch erfolgreiche Schürfungen bei Oberhausen gesichert hatte. 1919 wurde die offene Handelsgesellschaft "Franz Hoffmann & Söhne, chemisch technische Fabrik & Bauunternehmen" eingetragen. Diese übernahm 1954 die Bayerischen Kreidewerke in Straß und Wellheim, sowie 1971 den Kieselerdezweig der Globus-Werke Fritz Schulz jun. Heute baut die Hoffmann Mineral GmbH täglich 600 Tonnen Roherde ab, aus denen 220 Tonnen feine Kieselerde gewonnen werden. Neuburg an der Donau, im Mai 2010 Manfred Hoffmann jr.
Betrachtungen über die Entstehung der Umgehungsstraße B 16 neu bei Ober- und Unterhausen Erwin Moosheimer Anfang der 80er Jahre – das genaue Jahr kann ich nicht mehr benennen – fuhr ein Bus mit Mitgliedern des Kreistages von der Sinninger Straße Richtung Sehensand und machte auf der Forststraße am Schimmelbogen halt. Geleitet wurde die Exkursion von Herrn Kreisrat Eduard Neunzert, der als Forstamtmann und Revierleiter von Sehensand für dieses Vorhaben geradezu prädestiniert war. Mit von der Partie waren der Leiter des Straßenbauamtes Ingolstadt, Herr Baudirektor Brügel, sowie meine Person als Vertreter der Gemeinde Oberhausen. Die anstehende Entscheidung des Kreistages für die ursprünglich geplante Trasse der Umgehungsstraße oder einer völligen Neuplanung war Anlass dieser Fahrt. Die Herren wollten sich vor Ort ein Bild machen. Der Abschnitt am Schimmelbogen, wo die Umgehungsstraße nach bisheriger Planung durchführen sollte, war von Herrn Neunzert mit Bedacht gewählt. Selbst einem Laien wurde sofort klar, dass hier enorme Einschnitte und Auffüllungen notwendig würden. Den Ausführungen von Herrn Neunzert, dass in diesem Bereich für den Bau der Straße Kronenbreiten von 40 – 50 m entstehen würden, wurde von Herrn Brügel nicht widersprochen. Hinzu käme, dass der gesamte „Unterhauser Forst“, das größte zusammenhängende Waldgebiet des Neuburger Bereiches südlich der Donau, in seiner ovalen Form der Länge nach durchschnitten würde. Die mit einer derartigen Maßnahme zusammenhängenden negativen Folgen für den gesamten Bereich waren für Herrn Neunzert Anlass, vehement dagegen Stellung zu nehmen. Seine Kreistagskollegen waren dann auch umgehend davon überzeugt, dieser Trassenführung nicht zuzustimmen. Auf die provokante Frage von Herrn Neunzert, wie man eine solche Trassenführung überhaupt planen konnte, erwiderte Herr Brügel, die Planung sei ja auch schon 20 Jahre alt. Damit bestätigte er Aussagen meines Vaters, dass schon während des Flurbereinigungsverfahrens von 1962 – 1965 über eine Umgehungsstraße für Oberhausen diskutiert wurde. Die Neuplanung der B 16 als Autostraße hatte neben der Verbesserung der Infrastruktur durchaus auch strategische Bedeutung. Die Bedrohung aus dem Osten war stets präsent; mit der Kuba-Krise 1962 strebte der „Kalte Krieg“ seinem Höhepunkt zu. Eine West-Ost-Achse wie die B 16 – ausgebaut als Autostraße – wäre für schnelle Truppenbewegungen ideal. Um dies Ziel zu erreichen, war eine auf weite Strecken völlig neue Trasse erforderlich. Im schwäbischen Bereich sowie von Manching bis Regensburg war der Ausbau bereits weit vorangekommen. Mitte der 70er Jahre wurde die Planung von Rain am Lech bis Weichering konkret vorangetrieben. Während sich für die Strecke von Rain bis Straß eine ideale Trassenführung finden ließ, war der Abschnitt von Straß bis Weichering ungleich schwieriger zu verwirklichen. Die IVG grenzt südlich an die Bahntrasse, kurz danach liegt nördlich der Bahn der Standortübungsplatz Kreut. Wenige Kilometer weiter musste eine Umgehung des Nato- Fluplatzes Zell gefunden werden. Es war also logisch, die neue Trasse südlich der IVG und des Flugplatzes nach Weichering zu führen. Doch plötzlich regte sich Widerstand. Naturschützer und Vertreter der Forstbehörden meldeten Bedenken an. Es waren wohl die ersten Anzeichen des beginnenden Waldsterbens, welche die Verantwortlichen in große Sorge versetzte. Von einer Einigkeit für die geplante Trassenführung war man auf einmal weit entfernt.
Epitaphe an der Friedhofswand bei der St.-Nikolaus-Pfarrkirche Ludwig Ried In der Zeit der Völkerwanderung trugen neu entstehende Ansiedlungen oftmals den Namen des Anführers einer Siedlergruppe. Das besonders bei den Ortsnamen mit der Endsilbe – ing und –ingen: Sinning = bei den Leuten des Sigino  oder Syno. Die ältesten Mitglieder der Sinninger Führungsfamilien benennen  sich nach ihrem Heimatort selbst: Sinningen, Suni(n)gen, Syningen. Als älteste Vertreter dieses Geschlechts, die zeitmäßig exakt zu erfassen sind,  werden in einer Urkunde  des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg vom Jahre 1140 Wildericus und Kuonradus de Sunnigen genannt. 30 Jahre später ist in einer Urkunde des Klosters Indersdorf 1170 ein Helenbert von Sinningen bezeugt. 1238 tritt schließlich Friedrich von Sinningen als Zeuge auf, als Bertold III. von Graisbach eine Stiftung zu Ehren der Gottesmutter in Kaisheim macht. Noch im Jahre 1559 wirkt Jakob Sinninger als Probst in Neuburg. Gleichzeitig mit dem Geschlecht, das sich nach dem Ortsnamen Sinning benannte, finden sich im Dorfe in der Folge weitere Adelsgeschlechter, die hier Herrschaftsrechte ausüben: 1275 einEnglmar von Massenhausen zu Sünningen uf dem Berge,
1363 Berchtold Müllich von Sinning,
1390 Ulrich Leonberg.
1500 Jörg Reindl wird als Inhaber des Forstlehens zu Sinning genannt.
Das Dorf Sinning hat im 15.Jahrhundert zwei Adelssitze. Nach 1400  weisen bereits Epitaphe als steinerne Zeugen an der Friedhofsmauer auf ein neues Geschlecht der Sinninger Ortsadeligen hin. Es sind die Schönpüchl(er), die bis 1539 einen der beiden Adelssitze innehaben. Der älteste Epitaph berichtet von dem Tod der Margret Schönpüchler,die am 9.August 1422 hier auf dem Friedhof begraben worden ist:
Georg Habermayr Am 27. Juni 2000 war der 200. Jahrestag des Gefechtes bei Oberhausen, bei dem sich verbündete bayerische und österreichische Truppen französische Einheiten gegenüber standen. Während des Gefechtes fiel „Le Premier Grenadier de France“ – der „Erste Grenadier Frankreichs“ Theophile Latour d’Auvergne. Der Ehrentitel „Erster Grenadier Frankreichs“ war Latour d’Auvergne erst wenige Monate vor seinem Tod von Napoleon I. verliehen worden. Und wenige Monate nach seinem Tode wurde ihm und drei weiteren gefallenen französischen Offizieren zu Ehren das weithin bekannte Latour-Denkmal auf der Höhe zwischen Ober- und Unterhausen errichtet. 1809 – Napoleon in Bayern In seiner nun über 200 jährigen Geschichte haben viele Besucher das Denkmal aufgesucht und den gefallenen Helden die letzte Ehre erwiesen. Der wohl prominenteste Besucher dürfte zweifelsohne der berühmte Franzosenkaiser Napoleon I. gewesen sein. Was führte den französischen Kaiser hierher? Im April des Jahres 1809 waren die alten Feindseligkeiten zwischen Österreich und Frankreich wieder offen ausgebrochen. Österreich hatte – um sich militärische Vorteile zu verschaffen – große Teile von Bayern, das seit 1805 mit Frankreich verbündet war, besetzt. Napoleonische Truppen rückten in Eilmärschen nach Überschreiten der Rheingrenze in zwei Heeresgruppen in Süddeutschland vor und versuchten, die Österreicher zurückzudrängen. Napoleon I. selbst verließ am 13. April Paris, war am 15. in Straßburg und am 16. in Ludwigsburg. Am 17. April, früh am Morgen, traf er in Donauwörth ein. Von hier aus gingen dann verschiedene von ihm diktierte Briefe/Befehle an seine Generäle bzw. wurde in Donauwörth der Aufmarsch der österreichischen Truppen in verschiedenen Besprechungen analysiert. Am 18. April 1809 schickt er von Donauwörth aus an Marschall Masséna einen Befehl. Dieser ist Befehlshaber des 4. Armeekorps der französischen Streitkräfte und zu diesem Zeitpunkt in Aichach. Dem Befehl ist ein von ihm persönlich verfasster handschriftlicher Nachsatz hinzugefügte. „Activité, activité, vitesse, je me recommande vous! “ - „Aktvität, Aktivität, Schnelligkeit, ich empfehle mich Ihnen!“ 18. April 1809 An diesem Tag, einem Dienstag, brach Napoleon I. gegen 11.00 Uhr in Donauwörth mit seinem Reisewagen auf, als Marschall Lannes eintraf. Mit diesem hatte er noch ein längeres Gespräch. Dann verließ er in Begleitung seines Adjutanten Savary Donauwörth endgültig. Er fuhr an Rain vorbei auf der Straße nach Neuburg. Als er das auf der Höhe zwischen Unter- und Oberhausen stehende Denkmal von Latour d’Auvergne erreichte, grüßte er das Denkmal und ehrte die Toten. In welcher Form diese Ehrung stattfand, ist von den Chronisten nicht überliefert. Es dürfte sich wahrscheinlich nur um eine kurze Ehrung gehandelt haben, denn die Umstände drängten Napoleon I. zu einem schnellen Erreichen von Ingolstadt. Der Chronist berichtet aber noch, dass er sich die Stellungen der französischen Truppen unter dem Befehl von General Moreau, die sie an jenem 27. Juni 1800 innehatten, erklären ließ. Am Nachmittag erreichte Napoleon I. Ingolstadt, wo er unter dem Datum vom 18. April 1809 wieder verschiedene Briefe verfasste.
Zusammengestellt von Monika Holzmayr Vom Teufel geholt (Kreut, abgegangen): In Kreut hats auch so viel gespukt, hat immer mein Vater gesagt. Die Häuser stehen aber nimmer. Es war ein Weiler mit drei großen Höfen. `s Militär hats wegputzt; ist ein Schießplatz heut. Da war einer, der war krank. Keiner hat von dem was wissen wollen. Dem habens das Essen mit dem Aufzug nauf. Und auf einmal ist das Essen nimmer abgenommen worden; und dann war er nimmer da. Da haben die Leut gesagt: „Den hat der Teufel stücklweis geholt!“
(Emmi Böck: Sagen aus dem Neuburg-Schrobenhauser Land, Nr. 168)
Georg Habermayr Im Zuge des Neubaus der Bundesstraße 16 als Ortsumfahrung von Ober- und Unterhausen – erster Spatenstich am 14. Mai 2001, Verkehrsfreigabe am 30. Juli 2004 – wurden im Bereich der nördlichen Zufahrtsrampe des Brückenbauwerkes „Am Ziegler“ Körpergräber bei Erdarbeiten angeschnitten. Der informierte Kreisheimatpfleger Ludwig Lang konnte vier größere, hellgrauockerne Bereiche, 2 x 3 Meter bis 3 x 4 Meter mit Knochensplitter-streuungen und einigen Skelettteilen feststellen. Die Skelettteile waren durch Erosion freigelegt worden. Das für die Bauausführung der B 16 zuständige Straßenbauamt Ingolstadt beauftragte die Firma Pro Arch GmbH, Ingolstadt, mit der wissenschaftlichen Untersuchung, um archäologische Funde zu bergen und zu dokumentieren. Eine archäologisch fachliche Erkundung der gesamten Neubaustrecke von 5,2 km der Ortsumfahrung von Ober- und Unterhausen fand nach der Humusabtragung im März/April 2002 durch eine Fachfirma statt, wobei keine besonders erwähnenswerten Funde gemacht wurden.
Facharbeit von Julia Bernhard (Fach: Geographie, Decartes Gymnasium 2007/2009) Inhaltsverzeichnis 1. Vorstellung des Themas 1.1 Definition des Begriffes Konversion bzw. Standortkonversion 1.2 Ende des Ost-West-Konfliktes und dessen Zusammenhang mit Deutschland und der Tilly-Kaserne in Neuburg 2. Umwandlung der Tilly-Kaserne in eine zivile Nutzung 2.1 Drei kurze Beispiele erfolgreicher Standortkonversion 2.1.1 Hannover – Prinz Albrecht Kaserne 2.1.2 Flensburg – Grenzlandkaserne 2.1.3 Flensburg – Marinestützpunkt 2.2 Geschichte der Tilly-Kaserne bis 1994 2.3 Auflösung der Kaserne 2.4 Altlasten 2.5 Panzerwaschanlage 2.6 Vermarktung der Kaserne durch das Bundesvermögensamt 2.6.1 Fahrsicherheitszentrum 2.6.2 Scheitern dieses Vorhabens 2.7 Gründung der Tilly-Immobilie Verwertungsgesellschaft mbH 2.7.1 Gesellschafter und deren Aufgabe 2.7.2 Kauf der ehemaligen Tilly-Kaserne vom Bundesvermögensamt 2.8 Umwandlung des Standortübungsplatzes zum Naturschutzgebiet 2.9 B 16 Trasse Ortsumgehung Unterhausen-Oberhausen und Brücke nach Kreut 2.10 Leistungen der Tilly- Immobilie Verwertungsgesellschaft mbH 2.10.1 Entstehung des Gründerzentrums 2.10.2 „Kreut“ - Neuer Ortsteil der Gemeinde Oberhausen 3. Résumé und Zukunftsaussichten 4. Danksagung Fußnoten 5. Literatur- und Quellenverzeichnis 5.1 Literatur 5.2 Archivalien der Kreisstadt Neuburg a. d. Donau 5.3 Sonstige Quellen 6. Anhang 1. Vorstellung des Themas Die Neuburger Rundschau schreibt am 26.08.1994: „Mit der Auflösung der Tilly- Kaserne gehen mehr als 200 Jahre Heeresgeschichte in der Ottheinrichstadt zu Ende“. 1769 wurde ein ganzes Regiment1 nach Neuburg verlegt und dafür eine Kaserne gebaut, in der heute das Landratsamt der Kreisstadt Neuburg- Schrobenhausen untergebracht ist2. 1959 wurde die Tradition mit der neu erbauten „Burgwaldkaserne“ weitergeführt. Man siedelte dort ein Bataillon an und nur fünf Jahre später wurde die Kaserne zu Ehren des bekannten Feldherrn aus der Zeit des 30jährigen Krieges in Tilly-Kaserne umbenannt.3 Diese Kaserne wurde am 30.09.1994 bei einem feierlichen Akt geschlossen. Nach vier Jahren gescheiterter Vermarktungsversuche durch das Bundesvermögensamt kaufte schließlich eine Gesellschaft aus privaten und kommunalen Mitgliedern das Gelände der verwaisten Tilly-Kaserne. In zehn Jahren Arbeit gelang ihnen die Umwandlung des Geländes in ein Wohn- und Gewerbegebiet. Im Folgenden wird diese Umwandlung erläutert und zum Schluss der Arbeit bewertet. 1.1 Definition des Begriffes Konversion bzw. Standortkonversion Prinzipiell bedeutet Konversion „die Umstellung militärisch genutzter Ressourcen auf zivile Nutzung“4. Davon betroffen sind unter anderem die Rüstungsproduktion, -forschung und -entwicklung sowie das militärische Areal. Demzufolge kann man Standortkonversion als Teil der Konversion definieren, bei der militärische Liegenschaften, also Stützpunkte und Übungsplätze, für eine zivile Nutzung umgewandelt werden5. 1.2 Ende des Ost-West-Konfliktes und dessen Zusammenhang mit Deutschland und der Tilly-Kaserne in Neuburg Der Fall der Mauer 1989 in Berlin symbolisiert das Ende des Kalten Krieges und somit das Ende des Ost-West-Konfliktes und die Einigung Deutschlands. Die bisher starke militärische Aufrüstung der Westmächte mit den USA an der Spitze und des Ostblocks unter Verwaltung der Sowjetunion wurde durch Abrüstungsmaßnahmen ersetzt. Im Zuge zahlreicher Verhandlungen, wie z. B. der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), wurden Friedensverträge geschlossen. Zum Beispiel wurden im KSE-Vertrag (Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa) Bestimmungen zur Truppenreduzierung und zu Rüstungsbeschränkungen festgelegt.6 Im Rahmen dieses Vertrages war auch ein Inspektionsteam aus Russland in der ehemaligen Tilly- Kaserne und überprüfte, ob z. B. die Zahl der Panzer den im Vertrag festgelegten Zahlen entsprach.7 2. Umwandlung der Tilly-Kaserne in eine zivile Nutzung8 Grundmann schreibt in seinem Buch „Regionale Konversion“, dass in ländlich strukturierten Regionen der Beschäftigungseffekt der Bundeswehr als ein positiver regionalwirtschaftlicher Faktor gewertet werde9. Dementsprechend war die Schließung der Tilly- Kaserne in Neuburg nicht erwünscht, da sich dies negativ auf die regionale Arbeitsmarktsituation und Kaufkraft auszuwirken drohte. In der Tilly-Kaserne selbst waren ca. 1500 Soldaten und ca. 83 zivile Arbeitnehmer beschäftigt. Im Zuge einer angedrohten Schließung ließ die Stadt Neuburg im Jahr 1990, um im Bundesverteidigungsministerium für den Standort zu werben, den Wirtschaftsfaktor der Tilly- und der Wilhelm- Frankl Kaserne für die Region ermitteln. Man kam auf eine Zahl von über 100 Mio. Mark, die jährlich durch zivile Aufträge, Materialeinkäufe und auch Arztüberweisungen durch die Bundeswehr sowie durch Standortsoldaten und deren Familien in die Region fließen. Diese Bemühungen konnten dennoch die Bonner Entscheidungen nicht rückgängig machen.10 Zu Arbeitsplatzverlusten kam es jedoch kaum, da die Altersstruktur bei den zivilen Arbeitern so beschaffen war, dass viele in den vorzeitigen Ruhestand geschickt werden konnten, Jüngere fanden im Jagdgeschwader einen neuen Arbeitsplatz. Ein Teil der Heeressoldaten wurde nach Ingolstadt versetzt11, viele aber in die alten und neuen Bundesländer der Bundesrepublik. 2.1 Drei kurze Beispiele erfolgreicher Standortkonversion Da die Umwandlung der Tilly-Kaserne nicht gut gelungen ist, werden im Folgenden drei kurze Beispiele aus Hannover und Flensburg dargestellt. Anhand dieser Beispiele kann man aufzeigen, was sich bei einer besseren politischen Zusammenarbeit und einer besseren Organisation verwirklichen lässt. Die Prinz-Albrecht-Kaserne in Hannover, die Grenzlandkaserne und der Marinestützpunkt in Flensburg sind von der Größe her, gleichwertig mit der Tilly-Kaserne. Im Gegensatz zur Tilly-Kaserne weisen sie jedoch Stadtnähe auf. In beiden Städten war sowohl bei einer besseren Organisation als auch bei einem besseren politischen Rückhalt die Konversion der alten militärischen Einrichtungen erfolgreicher als in Neuburg. Auch wenn Flensburg ein wirtschaftlich nicht begünstigter Standort ist, da nördlich davon die Grenze zu Dänemark liegt und auch südlich davon kaum Industrie vorhanden ist. Die Arbeitslosenquote beträgt regelmäßig zwischen 12 und 15 %. So setzt die Stadt verstärkt auf den Tourismus. Die Prinz Albrecht Kaserne in Hannover soll aber nur ein Beispiel für eine geglückte Umwandlung sein. Es ist logisch, dass eine Stadt wie Hannover mehr Geld für solche Umbaumaßnahmen aufwenden kann als Neuburg. In Neuburg wäre außerdem eine so intensive Wohnbebauung allein schon wegen der Lage Kreuts nicht möglich. 2.1.1 Hannover – Prinz Albrecht Kaserne Die Prinz Albrecht Kaserne wurde im Zuge der Abrüstung Anfang der 90er Jahre geschlossen. Die Kaserne befindet sich mit Straßenbahnanbindung direkt in der Stadt, wodurch das Gelände begünstigt für eine Wohnbebauung ist. Im Jahr 2000 kaufte eine zivile Verwertungsgesellschaft das Kasernengelände und errichtete ein Wohngebiet darauf. Auf dem früheren Exerzierplatz wurden eine Grünanlage und ein Spielplatz angelegt. Außerdem wurden in den Kompaniegebäuden Eigentumswohnungen und Wohnungen für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung mit Fahrstühlen und Stahlbalkonen, welche eine soziale Organisation übernahm, ausgebaut. Im technischen Bereich wurden alle Kraftfahrzeughallen, Schleppdächer und Fahrzeugrampen abgerissen. Dort entstand eine Reihenhaussiedlung mit kleinen Grundstücken, welche nur Familien mit einem geringen Jahreseinkommen und mindestens zwei Kindern erwerben konnten. Die Stadt Hannover war Trägerin dieser Wohnanlage. In einem anderen Bereich entstanden größere Reihenhäuser. Ferner wurde ein Altenheim neu geschaffen und ein Einkaufzentrum errichtet. Neben der Turnhalle wurden ein Kindergarten und eine Schule gebaut, die miteinander verbunden sind. Im Jahr 2000 waren noch nicht alle Bereiche der großen Kasernenanlage neu gestaltet. Man hatte vor allem wegen der denkmalgeschützten Gebäude des technischen Bereiches Probleme. Aber nur vier Jahre später war alles fertig gestellt. In der Kfz-Werkstatt wurde eine Kindertagesstätte eingerichtet. 2.1.2 Flensburg - Grenzlandkaserne In der Flensburger Grenzlandkaserne waren circa 1200 Soldaten stationiert. Nach Abzug der Bundeswehr im Jahr 1993 stand die Kaserne zwei Jahre leer, bis ein ziviler Investor 1,5 Millionen DM dafür bezahlen wollte, um sie zu einem Wohngebiet umzubauen. Die Stadt Flensburg hatte jedoch auch Interesse an diesem Gelände, weil es mitten im Stadtbereich liegt. Die Stadt wollte für das gesamte Gelände aber nur einen Symbolpreis von einer DM bezahlen. Als man jedoch feststellte, dass sich unter Denkmalschutz gestellte Gebäude auf dem Gelände befanden, zog sich der Investor zurück und der Bund musste der Stadt das Gelände überlassen. Eine Wohnungsbaugesellschaft erschloss das Gelände und baute Einfamilienhäuser auf die freien Flächen und Eigentumswohnungen in die alten Kasernengebäude. Da sie aber die Kosten falsch kalkuliert hatte, kam es zu erheblichen Problemen und sie musste Insolvenz anmelden. Durch die bessere Kalkulation einer anderen Wohnungsbaugesellschaft konnte eine neue Siedlung in einem anderen Teil der Kaserne gebaut werden. Die dortigen alten Kasernenblocks aus den 30er Jahren wurden zu Eigentumswohnungen umgebaut. 2.1.3 Flensburg – Marinestützpunkt 1980 war der Marinestützpunkt Flensburg eine stark frequentierte Anlaufstelle der Kriegsschiffe der Bundesmarine. Nach der Wiedervereinigung wurde der Flensburger Marinestützpunkt aufgelöst und das Gelände verkauft. Es blieb nur noch die Marine Fernmeldeschule in den alten Kasernenanlagen. Eine zivile Verwertungsgesellschaft baute auf der Mole12 eine Reihenhaussiedlung und Gebäude mit Geschäftsräumen. Direkt neben der Reihenhaussiedlung wurde ein Yachthafen eingerichtet. Auf der einen Seite kann man mit dem Schiff zu seinem Wohnhaus fahren, auf der anderen Seite parkt das eigene Auto. Trotz immenser Preise konnten alle Reihenhäuser verkauft werden. Kriegsschiffe wurden zum Teil verkauft und in Ausflugsdampfer umgebaut. 2.2 Geschichte der Tilly-Kaserne bis 1994 In der Tilly-Kaserne ist man ähnlich vorgegangen wie in Hannover und in Flensburg. Die Umwandlung der Tilly-Kaserne wird nun Schritt für Schritt dargestellt. 1956 bis 1959 erbaut, blickte die Tilly-Kaserne bei ihrer Schließung auf eine erfolgreiche Geschichte als panzerstärkste Heimatschutzbrigade der Bundesrepublik Deutschland zurück. Bis 1990 wurde die Kaserne stetig erweitert und erneuert. Die Kaserne bestand aus acht Unterkunftsgebäuden, Casino, Stabsgebäude, Sanitätsgebäude, Schulungsgebäude, einer Sporthalle mit neu angelegtem Sportplatz, technischen Einrichtungen wie Hallen, Werkstätten, Garagen und einer noch nie benutzten neuen Panzerwaschanlage13. 2.3 Auflösung der Kaserne Hillebrand Christoph vom Bayerischen Staatsministerium schreibt in einer Pressemitteilung vom 29.01.1998, dass in Bayern seit 1990 über 80.000 Soldaten und zivile Beschäftigte der Bundeswehr und der US-Streitkräfte abgezogen wurden. Als am 15.12.1992 bekannt gegeben wurde, dass die Kaserne geschlossen werden sollte, war Neuburg zutiefst bestürzt. Daher machte sich eine Gesandtschaft aus Landrat Keßler, Bürgermeister Huniar, Bürgermeister Schiele (Oberhausen), dem Landtagsabgeordneten Eugen Freiherr von Redwitz und dem Bundestagsabgeordneten Horst Seehofer direkt auf den Weg ins Bundesverteidigungsministerium nach Bonn, um als Fürsprecher für die Kaserne zu werben. Die anfängliche Zuversicht14 wich jedoch schnell einer Resignation15. Trotz zahlreicher Bemühungen gegen eine Reduzierung des Militärs in Neuburg, schafften es Neuburgs Politiker nicht, den Bonner Entscheidungen entgegenzuwirken. Die Tilly-Kaserne wurde am 30. September 1994 geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt sprach man über mögliche Nachfolgenutzungen. 2.4 Altlasten „Das Bundes-Bodenschutzgesetz definiert Altlasten als stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind (Altablagerungen), und Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist (Altstandorte), durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.“ Bei militärischen Liegenschaften handelt es sich vorwiegend um abgegrenzte Gebiete - im Fall der Tilly-Kaserne um den Truppenübungsplatz - die unter Altlastenverdacht standen. In der Tilly-Kaserne ging man von drei Fällen aus, bei denen eventuell gefährliche Rückstande im Boden verblieben sein könnten. Zum einen war es die ehemalige Kreidegrube der Firma Hoffmann, die noch vor der Zeit der Mülltrennung als Müllplatz genutzt wurde. Zum anderen war es der Tontauben-Schießstand, bei dem man Bleirückstände vermutete. Ferner befürchtete man grundwasserschädigenden roten Phosphor von den Blendbrand-Handgranaten. Vor dem Hintergrund, dass Grundwasserströme unterhalb der Donau von Bittenbrunn her von Norden nach Süden verlaufen, wurde durch das Bundesverteidigungsministeriums veranlasst, Altlasten zu melden. Daher wurden 1989 durch das Wehrgeologische Institut in Fürstenfeldbruck umfangreiche Bodenproben entnommen und weitere Untersuchungen des Bodens angestellt. Die Nachforschungen ergaben, dass vom Truppenübungsplatz keinerlei Grundwasserbelastung ausging.16 2.5 Panzerwaschanlage 1988, also ein Jahr vor dem Mauerfall, wurde mit dem Bau der Panzerwaschanlage begonnen. Diese Waschanlage war bereits 1983 bei der zuständigen Wehrbereichsverwaltung in München beantragt worden. Damals war das Jägerbataillon in der Tilly-Kaserne mit Schützenpanzern ausgerüstet worden und die vorhandenen Wascheinrichtungen reichten nicht mehr aus. Im Frühjahr 1988 wurde die Bundeswehr von dem Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt aufgefordert, diese Waschanlage zu bauen, damit keine ungeklärten Abwässer in die südliche Frankenalp eingeleitet werden. Gleichzeitig wurde der Bundeswehr mit einer Strafe gedroht. Diese Aufforderung des Wasserwirtschaftsamtes war Grund, dass bereits im Herbst 1988 mit dem Bau der Waschanlage begonnen wurde. Aufgrund des Mauerfalls im November 1989 gab es im Frühjahr 1990, als sich die Wiedervereinigung abzeichnete, für eineinhalb Jahre einen Baustopp. Es wurde damals bekannt, dass die drei Heimatschutzbrigaden der alten Bundeswehr als erste bei einer künftigen Umgliederung aufgelöst werden sollten. Im Herbst 1991 wurde vom Verteidigungsministerium entschieden, dass in die Tilly- Kaserne ein Transportbataillon stationiert wird. Also wurde der Bau der Panzerwaschanlage als Fahrzeugwaschanlage wieder in Gang gesetzt und im Dezember 1992 fertig gestellt.Aber nicht nur die Baumaßnahmen liefen weiter. Auch das Personal wurde umgegliedert. Die Offiziere wurden versetzt. Die Unteroffiziere wurden von Panzersoldaten in Transportsoldaten umgeschult. Man richtete sich ganz auf die neuen Aufgaben ein. Insgesamt wurden 12,5 Millionen DM für den Bau der Panzerwaschanlage ausgegeben. Drei Wochen nach der Fertigstellung im Dezember 1992, wurde bekannt gegeben, dass die Kaserne geschlossen wird. Als Grund für die endgültige Schließung, gab das Verteidigungsministerium an, dass für notwendige infrastrukturelle Maßnahmen keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Für die Tankfahrzeuge des Transportbataillons hätten noch drei Rampen mit Ölauffangwannen gebaut werden müssen. Die Panzerwaschanlage der Tilly-Kaserne ist Symbol für die schlechte Planung der Bundeswehrführung und der verantwortlichen Politiker, die zu einer Geldverschwendung unvorstellbaren Ausmaßes in Deutschland geführt hat. Nicht nur in der Tilly-Kaserne in Neuburg, sondern bundesweit wurden an vielen Militärstandorten die Truppenteile aufgelöst, umgegliedert, neu aufgestellt und wieder aufgelöst. 2.6 Vermarktung der Kaserne durch das Bundesvermögensamt Nach der Schließung der Kaserne erwies sich die Vermarktung durch das Bundesvermögensamt als langwierig. Ein schneller Verkauf des Grundstücks sollte einen möglichst hohen Preis erzielen. Der Wert des gesamten Geländes mit der vorhandenen Bausubstanz, hat damals 60 Millionen Mark betragen.17 2.6.1 Fahrsicherheitszentrum und weitere Nachnutzungen Kaufinteressenten fanden sich nicht viele. Neben den Ideen einer Verwaltungsschule18, eines Fußball-Gymnasiums19, eines Resozialisierungszentrums20 und einer Reha- Klinik21 kam als einziger seriöser Kaufinteressent die Agentur Butz, Krämer und Partner aus Unterföhring bei München in Frage22, die ein Fahrsicherheitszentrum auf dem Gelände errichten wollte. Diese Agentur war jedoch nicht an einer Verwertung des Kasernengeländes mit seinen Gebäuden interessiert, sondern lediglich an einem Fahrsicherheitszentrum im südlichen Teil des Geländes. Dafür benötigte sie noch einige Hektar Land vom angrenzenden Standortübungsplatz. Zudem sollte eine Off-Road-Piste auf dem restlichen Übungsplatz eingerichtet werden. 2.6.2 Scheitern dieses Vorhabens Gleichzeitig beantragte aber der Bund Naturschutz Neuburg die Ausweisung des ca. 170 ha großen Standortübungsplatzes zum Naturschutzgebiet. Es liegt deshalb ziemlich nahe, dass zwei so unterschiedliche Interessen auf keinen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Der Bund Naturschutz weigerte sich, der Agentur Land für ihr Vorhaben zu geben, denn schon zu Bundeswehrzeiten sei man verantwortungsvoll mit dem Übungsplatz umgegangen23. Außerdem hätten sich in diesem Bereich vom Aussterben bedrohte Tierarten angesiedelt, die vom angrenzenden Motorlärm wieder verdrängt werden würden24. Da 1997 das Fahrsicherheitszentrum in Mühlhausen bei Augsburg nur ca. 50 km von Neuburg eröffnet wurde, war es für den Neuburger Naturschutzbund umso absurder, dem Bau in Kreut zuzustimmen25.Zumal es auch das oberste Ziel der Stadt Neuburg gewesen ist, das gesamte Kasernengelände sinnvoll zu verwerten, kam der Verkauf an die Agentur Butz, Krämer und Partner nicht zu Stande, denn für das Vorhaben der Agentur war der gesamte Gebäudekomplex der Kaserne unwichtig und wäre somit verfallen. 2.7 Gründung der Tilly-Immobilie Verwertungsgesellschaft mbH Schon im Januar 1994, also bevor die Tilly-Kaserne geschlossen wurde, sprach Landrat Dr. Richard Keßler von der Gründung einer Verwertungsgesellschaft26. Man ließ schon vorab einen Gesellschaftervertrag aufsetzen. Zu diesem Zeitpunkt sollte auch das Areal des Munitionsdepots in Weichering geschlossen werden. Somit wäre die Gemeinde Weichering auch ein Gesellschafter der Firma „Entwicklungs- und Verwertungsgesellschaft für Bundeswehrliegenschaften Neuburg- Schrobenhausen m. b. H.“ geworden27. Im Rahmen dieser Überlegungen besuchten Mitglieder des Kreistages ein Technologie- Zentrum in Freilassing, das ausschließlich die Ansiedlung von Computerindustrie fördert28. Wegen einer skeptischen Haltung von Oberbürgermeisters Huniar wurde dieser Gedanke jedoch fallen gelassen.29 Zwei Jahre später, nachdem die in Punkt 2.6 genannten Konzepte verworfen wurden, lebte die Idee der Gründung einer Verwertungsgesellschaft wieder auf. 2.7.1 Gesellschafter und deren Aufgabe Am 7.03.1997 wurde die „Tilly-Immobilie Verwertungsgesellschaft mbH“ gegründet und mit einer Million Mark Stammkapital ausgestattet30. Die Gesellschafter waren der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit 200.000 DM Anteil, die Stadt Neuburg und die Gemeinde Oberhausen mit je 150.000 DM. Außerdem beteiligten sich die Volksbank- Beteiligungs-GmbH mit 150.000 DM, die Raiffeisenbank Oberhausen/Sinning mit 100.000 DM, die vier Bauunternehmer Mayr, Wittmann, Pettmeser, Meiliger mit insgesamt 160.000 DM und Fritz von Phillipp (der ehemalige Besitzer des Geländes) mit 90.000 DM. Geschäftsführerin war Regierungsrätin Anette Lenz. Als Aufgabe stellte sich die Verwertungsgesellschaft „[…] Erwerb, Erschließung, Vermarktung und Verkauf[…]“ des Geländes der ehemaligen Tilly-Kaserne31 an Betriebe und die Ausweisung des benachbarten Truppenübungsplatzes als Naturschutzgebiet32. Wie im Gesellschaftsvertrag festgelegt, wurde „[d]ie Gesellschaft auf zunächst unbestimmte Zeit gegründet.“ Nach Beendigung ihrer Arbeit sollte die Verwertungsgesellschaft sich selbstauflösen. Diese Auflösung wurde in der Gesellschafterversammlung am 30.04.2008 für den 1.05.2008 beschlossen33. 2.7.2 Kauf der ehemaligen Tilly-Kaserne vom Bundesvermögensamt Die Kaufverhandlungen zogen sich nach der Gründung der Verwertungsgesellschaft ca. eineinhalb Jahre hin. In Neuburg beklagte man sich über „unzumutbare Nebenbedingungen“, die der Bund neben dem Kauf stellte34. Schließlich konnte der Kaufvertrag am 5. Juni 1998 unterschrieben werden35. So wechselte die Kaserne für 2,8 Millionen DM den Besitzer. Der Bund stellte die Bedingung, dass bei einer möglichen Wohnbebauung Nachzahlungen in Höhe von 2,8 Millionen gezahlt werden müssten36. 2.8 Umwandlung des Standortübungsplatzes in ein Naturschutzgebiet Nachdem die Untere Naturschutzbehörde Neuburg-Schrobenhausen die Ansiedlung eines Fahrsicherheitszentrums im Bereich des Standortübungsplatzes erfolgreich hatte verhindern können, machte sie es sich zur Hauptaufgabe, das ca.181 ha große Areal als Naturschutzgebiet ausweisen zu lassen. Dieses Gebiet liegt nach § 2 der „Verordnung über das Naturschutzgebiet Kreut, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen“ im Oberbayerischen Amtsblatt Nr. 23/2000 „in der Stadt Neuburg a. d. Donau, Gemarkung Feldkirchen und der Gemeinde Oberhausen, Gemarkung Oberhausen“. In Zusammenarbeit der Verwertungsgesellschaft mit der Unteren Naturschutzbehörde wurde der Standortübungsplatz im Dezember 2000 zum Naturschutzgebiet erklärt37. Aufgrund weiterer Bemühungen beider Parteien konnten nur knapp ein Jahr später Orientierungstafeln errichtet werden, die naturinteressierten Spaziergängern Wanderwege zeigen und Hinweise zu bedrohten Tierarten geben. Gleichzeitig diente eine Broschüre mit dem Titel „Natur beobachten – Natur erleben“ mit reichlichen Informationen über die Tier– und Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes dem Zweck der Besucherlenkung38. 2.9 B 16 Trasse Ortsumgehung Unterhausen-Oberhausen und Brücke nach Kreut Seit 1980 bemühte man sich in Oberhausen, die Bundesstraße aus der Ortschaft zu verbannen. Dazu ließ sie ein Planfeststellungsverfahren durch die Straßenbaubehörde Ingolstadt einleiten. 1988 erhielt die Gemeinde Oberhausen drei Vorschläge für eine Umgehungsstraße. Von diesen drei Trassen erschien die heutige Ortsumgehung als die sinnvollste. Als 1999 die Planungen für die neue Ortschaft Kreut weit fortgeschritten waren, erhielt Oberhausen den Bescheid, dass das circa 30-Millionen-Mark-Projekt für das Jahr 2001 in den Bundeshaushalt genommen worden war39. Allerdings kamen mit diesem Plan neue Probleme auf. Die Straßenbaubehörde forderte nun entlang der Einfahrt des Tilly Gewerbegebietes und den Parkplätzen vor der Einfahrt nach Oberhausen eine Kriechspur für LKWs zu errichten, um riskante Überholmanöver zu vermeiden, da diese Strecke als besonders unfallfreudig angesehen wird. Die Voraussetzung für eine solche Kriechspur war aber eine Brücke, die die sichere Ein- und Ausfahrt nach Kreut gewährleisten sollte. Da die Gemeinde Oberhausen den Bau einer solchen Brücke nicht bezahlen konnte, bemühte sie sich um eine Südumgehung quer durch das Naturschutzgebiet40. Da das Naturschutzgebiet jedoch nicht überbaut werden darf und es diesem Plan an politischem Rückhalt fehlte, wurde er abgelehnt41. Tatsächlich kann man sagen, dass das Verkehrsaufkommen bei Kreut noch lange nicht so hoch ist, dass eine Brücke für die sichere Ein- und Ausfahrt erforderlich ist. Sollte das Verkehrsvolumen jedoch größer werden, so dass Fahrzeuge aus Kreut nur noch sehr schlecht ein- und ausfahren können, ist es möglich, dass die Straßenbaubehörde den Bau einer Brücke und einer Kriechspur für LKWs festlegt. 2.10 Leistungen der Tilly- Immobilie Verwertungsgesellschaft mbH Nach dem Kauf des rund 28 ha großen Kasernenareals machte sich Geschäftsführerin Annette Lenz daran, einen Flächennutzungsplan zu erstellen. Zunächst plante man, ein reines Gewerbegebiet auf dem Gelände des neu entstandenen „Tilly-Parks“ zu errichten. Mangels Bewerbern konnte dieser Plan jedoch nicht verwirklicht werden. Deshalb beabsichtigte man im östlichen Teil des Geländes ein Wohnbaugebiet zu errichten. Wie die Neuburger Rundschau am 3.05.2008 berichtete, sind 13,3 ha Gewerbe- und Industriefläche, 3,2 ha Wohnbaufläche und 11,5 ha Grün-, Sport- und Verkehrsfläche entstanden. Man investierte in Straßen, Kanal- und Wasserleitungen. Bedeutend höher seien aber die Ausgaben für den Abriss von vier Unterkunftsgebäuden, sowie einer alten Sporthalle und des versiegelten Exerziersplatzes gewesen. 2.10.1 Entstehung des Gründerzentrums Im Mai 2002 wurde im renovierten Stabsgebäude das „Existenzgründerzentrum Neuburg“ eröffnet. Das Existenzgründerzentrum bietet Büroräume für ideenreiche Jungunternehmer im Technologie- und Dienstleistungssektor. Zu einem Preis von 5 Euro pro Quadratmeter können Räume ab einer Größe von 27 qm gemietet werden. Daneben erhalten Existenzgründer Beratung durch Experten sowohl im Gründerstadium als auch im laufenden Geschäftsbetrieb und Unterstützung durch den Förderverein des Gründerzentrums Neuburg – Schrobenhausen42. Mit dem Existenzgründerzentrum wurde in Neuburg die frühere Idee eines Technologiezentrums verwirklicht (siehe Punkt 2.7). 2.10.2 „Kreut“ - Neuer Ortsteil der Gemeinde Oberhausen Zum ersten Mal musste die Untere Naturschutzbehörde in die Arbeit der Verwertungsgesellschaft eingreifen, als sie davon hörte, dass bei den Abrissarbeiten im östlichen Teil des Geländes, dem heutigen Wohnbaugebiet „Am Burgholz“ , circa 2,6 ha Wald ohne Genehmigung gerodet wurden43. In diesem Gebiet sind nach dem Abriss von vier Unterkunftsgebäuden im Sommer 2002 57 Grundstücke entstanden und für den Verkauf freigegeben worden44. Bis zum heutigen Zeitpunkt konnte nur ein Teil der Grundstücke verkauft werden. Insgesamt beherbergt Kreut 46 Einwohner (Stand 3.05.2008 aus Neuburger Rundschau). Die geringe Einwohnerzahl von Kreut lässt sich auf die abgelegene Lage zurückführen. Es gibt im Ort weder Einkaufsmöglichkeiten noch Kinderbetreuungseinrichtungen. Baut eine Familie dort ein Haus, braucht sie mindestens einen Zweitwagen. Andererseits sieht man an der modernen Architektur und an der Größe der Häuser, dass für diese Familien, Geld keine große Rolle spielt. Die Gewerbeansiedlung in Kreut profitiert jedoch von einer guten Verkehrsanbindung. 38 Firmen, die ca. 100 Arbeitsplätze schaffen, fanden dort ihren Standort (Stand 3.05.2008 aus Neuburger Rundschau). An diesem Standort sind sowohl Handwerksbetriebe als auch moderne Dienstleistungsunternehmen, wie z. B. ein Tief- und Straßenbauunternehmen oder ein Computerfachhandel, vertreten 45. In einem der Gebäude befindet sich die EDV-Firma Artner. Der Inhaber dieser Firma lobte in einem Interview mit der Neuburger Rundschau das Platzangebot und sagte überdies, dass seine Firma nicht von einer stark frequentierten Geschäftsstraße abhängig sei46. Das müssen die Firmen in Kreut auch sein, denn nur von Mundpropaganda, lässt sich in dieser Lage keine wirkliche Existenz aufbauen. 3. Résumé und Zukunftsaussichten Insgesamt ist es der Verwertungsgesellschaft in zehn Jahren Arbeit gelungen, Gewerbe anzusiedeln und ein Wohngebiet zu errichten. Dadurch ist die neue Ortschaft Kreut entstanden. Die Konversion ist, wie in Punkt 2.1 erläutert, anderen Städten Deutschlands jedoch besser gelungen als Neuburg. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der größte Teil Kreuts auf Oberhausener Land liegt und somit auch ein Ortsteil der Gemeinde Oberhausen ist. Da ein Flächentausch mit der Mittelstadt Neuburg für die Oberhausener nicht in Frage kam47, erhielt Oberhausen wenig Unterstützung von der Stadt Neuburg, nicht zuletzt weil die Kommunikation oft scheiterte48. Fakt ist, dass der Verkauf der Grundstücke nicht auf ein befriedigendes Niveau angestiegen ist. Das kann jedoch nicht nur an der gesunkenen Nachfrage nach Bebauungsland liegen49, wie das Beispiel Heinrichsheim zeigt. Dort konnte nämlich vor ein paar Jahren neues Bebauungsland sehr schnell verkauft werden. Trotzdem ist es möglich, dass die Einwohnerzahl von Kreut in den nächsten Jahren wächst. Denn in Anbetracht der Tatsache, dass ein neuer Flächennutzungsplan der Stadt Neuburg eine Westerweiterung am Donauwörther Berg vorsieht50, ist es möglich, dass die Siedlung Kreut an Attraktivität gewinnt. 4. Danksagung Ich möchte mich bei meinen Helfern herzlich bedanken. Ohne sie hätte ich wahrscheinlich ein paar Wochen in Zeitungsarchiven verbracht. Am meisten möchte ich mich aber bei Herrn Weinrich und seiner Frau bedanken, zum einen für ihre Gastfreundschaft und Geduld und zum anderen natürlich für das viele Insider-Wissen. Erst durch ihn ist die Arbeit für mich interessant geworden. Vielen Dank dafür. Julia Bernhard Fußnoten: net3 net1 net2 Brockhaus, S.701 Krause, Peter, Veräußerung von Flächen des Militärs, in: Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie, 1995, S.58-76 s.o. Schnelzer H., Neuburg versteckt keine Panzer, in: NR, Nr.190 vom 19.08.1992 Bilder im Anhang S.27 - 31 Kap. 2.2, S.25 vgl. Interview Herr Weinrich Der letzte Heeressoldat verläßt Neuburg, in NR, Nr. 196 vom 26.08,1994 Eine Mole ist eine Anlegestelle für große Schiffe, welche auch mit Lastkraftwägen befahren werden kann (Information von Herrn Weinrich) vgl. Anhang S.26 Tilly-Kaserne weiter im Gespräch, in: NR, Nr. 16, 21.01.1993 Was wird aus der Tilly-Kaserne?, in NR, Nr. 110, 14.05.1993 vgl. Interview mit Herrn Weinrich vgl. Interview mit Herrn Weinrich Abwarten bis Ausschreibungsende, in NR, Nr.38 vom 15.02.1996 Fußballer-Gymnasium in Neuburg?, in NR Resozialisierung in der Tilly-Kaserne?, in NR, Nr. vom 5.02.1996 Lichtenstern Ch., Reha-Klinik in der Tilly-Kaserne im Gespräch, in NR, Nr. 158 vom 11.07.1996 Waigel: Tilly-Kaserne wird nicht verschleudert, in NR, Nr. vom 10.08.1996 Brief von Herr Weinrich an Herrn Minister Dr. Goppel (Bayrisches Umweltministerium) vom 12.07.1996 Naturschutz oder doch Arbeitsplätze?, in NR, Nr. vom 18./19.05.1996 vgl. Interview mit Herrn Weinrich Minister Seehofer verspricht Hilfe, in NR, Nr. 14 vom 19.01.1994 vorab Gesellschaftervertrag Frey Ch., Technologie-Zentrum für die Tilly-Kaserne?, in NR, Nr. von 1994 Frey Ch., Wer will jetzt die Tilly-Kaserne, in NR, Nr. vom 5.2.1994 Frey Ch., Tilly-Kaserne: Vertreter sind jetzt handelseinig, in NR, Nr. 56 vom 08./09.03.1997 Gesellschaftsvertrag vom 7.03.1997 Erstes Treffen der Tilly-GmbH; Landrat Keßler erhielt Vorsitz, in SOBZ, Nr.90 vom 19./20.04.1997 Gesellschafterversammlung vom 30.04.2008 Tilly-Kaserne: Kauf vorerst gescheitert, in NR, Nr. 31 vom 7.2.1998 Kopie des Kaufvertrages, Notarielle Urkunde, 5.06.1998 Ankauf der Tilly-Kaserne unter Dach und Fach, in SOBZ, Nr. 78, vom 1.04.1998 vgl. Anhang S. 32 vgl. Anhang S. 37 Gute Karten für Umgehung, in NR, Nr. 171 vom 28.07.1999 vgl. Anhang S. 33 - 36 Briefverkehr zwischen Herr Weinrich und Oberregierungsrätin Kettermann-Tröger vom 12.02.2003 Broschüre des Gründerzentrums, vgl. Anhang S. 38; Tilly-Park öffnet Tore für Gründer, in SOB, Nr. 224 vom 28.09.2001 Abräumen im Tillypark bald beendet;Forstamt verlangt Ersatz für die Rodung, in NR, Nr. 64 vom 16.03.2002 Jetzt kann endlich am Burgholz gebaut werden, in NR, Nr.136 vom 15.06.2002 Eigenrecherche in Kreut Frey Ch., Wandel in alten Militär-Mauern, in NR, Nr. 96 vom 26.04.2000 vgl. Interview mit Herrn Weinrich Neue Trasse gefährdet Umgehung, in SOB, Nr. 156 vom 10./11. 07.1999 Die Tilly-GmbH wird sich bald auflösen, in DK, Nr. 286 vom 12.12.2005 Siedlung orientiert sich nach Westen, in SOB, Nr. 298 vom 28.12.2000 5. Literatur und Quellenverzeichnis 5.1 Literatur Ehlert W., Krummreich A., Baustelle Bundeswehr, Frankfurt am Main, 2006 Grundmann M, Regionale Konversion, Münster, Hamburg, 1994 Gerl, Thomas, Wohnen auf dem Kasernenhof, in: Bundesbaublatt, 1999, S. 42-45 Krause, Peter, Veräußerung von Flächen des Militärs, in: Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie: Raumbezogene Planung und Geographie, Regensburg, 1995, S.58-76 Wagner K., Einordnung von Konversion als Innen- oder Außenbereich, in: Der Bayerische Bürgermeister, Konversion- Umwandlung militärischer Liegenschaften für die zivile Nutzung 7/8.1995, S.241-267 Zeitung Datum Titel NR, 88 14.04.1992 Transportmittel lösen Panzer demnächst ab NR, 190 19.08.1992 Schnelzer H., Neuburg versteckt keine Panzer NR, 16 16 21.01.1993 Tilly-Kaserne bleibt weiter im Gespräch NR, 110 14.05.1993 Was wird aus der Tilly-Kaserne? NR, 14 19.01.1994 Frey Ch., Minister Seehofer verspricht Hilfe NR, 29 05.02.1994 Frey Ch., Wer will jetzt die Tilly-Kaserne? NR, 196 26.08.1994 Der letzte Heeressoldat verläßt Neuburg NR Jahr 94 Oberhausen drängt auf Aufhebung des Bundeswehr-Widerspruches NR Jahr 1994 Frey Ch., Technologie-Zentrum für die Tilly-Kaserne? NR Jahr 1994 Glatz U., Fußballer-Gymnasium in Neuburg? NR Jahr 1994 Frey Ch., Manövergelende soll weg NR, 261 13.11.1995 Glatz U., Tilly-Kaserne als Naturschutzgebiet genutzt? NR Jahr 1995 Frey Ch., Trotz des Wendehalses eine Wende? NR, 22 27./28.01.1996 Tilly-Kaserne: SPD will „Dampf machen“ NR, 29 05.02.1996 Glatz U., Resozialisierung in der Tilly-Kaserne? NR, 31 07.02.1996 Albert Schmidt bittet Seehofer um Unterstützung NR, 38 15.02.1996 Leitmayr M., Abwarten bis Ausschreibungsende NR, 80 04./05.04.1996 Vier Bewerber für Tilly-Kaserne NR, 114 18./19. 05.1996 Glatz U., Naturschutz oder doch Arbeitsplätze NR, 125 01.06.1996 Goppel wartet ab NR, 158 11.07.1996 Lichtenstern Ch., Reha-Klinik in der Tilly-Kaserne im Gespräch NR, 159 12.07.1996 Lichtenstern Ch., Keßler: Fußangeln beim Fahrzentrum in Kaserne Lichtenstern Ch., SPD: Kreis soll Weg für Autoclub ebnen NR, 170 25.07.1996 Frey Ch., Die leere Tilly-Kaserne ist weiter auf dem Markt NR, 182 08.08.1996 Gerstmayer J., Auto-Zentrum Reha-Klinik oder Natur NR, 184 10.08.1996 Lichtenstern Ch., Waigel: Tilly-Kaserne wird nicht verschleudert NR, 229 04.10.1996 Frey Ch., Zwei Firmen wollen die Tilly-Kaserne NR, 284 09.12.1996 Tilly-Kaserne: Siedlung mit Altenheim und Gewerbe? NR Jahr 1996 Naturschützer geben keinen Meter preis NR, 10 14.01.1997 Bickel M., Für die Tilly-Kaserne gute Zukunft in Sicht NR, 56 08./09.03.1997 Frey Ch., Tilly-Kaserne: Vertreter sind jetzt handelseinig SOB, 56 08./09.03.1997 Schwere Geburt Tilly-GmbH geschafft SOB, 90 19./20.04.1997 Erstes Treffen der Tilly-GmbH; Landrat Keßler erhielt Vorsitz NR, 115 23.05.1997 Frey Ch., Entscheidende Gespräche über Kauf von Tilly-Kaserne SOB,164 19./20.07.1997 ADAC-Fahrsicherheitszentrum in der Tilly-Kaserne; Oberhausener Bürgermeister sieht neue Chancen DK, 228 04./05.10.1997 Abrißkosten verzögern Kauf der Tilly-Kaserne NR, 31 07.02.1998 Tilly-Kaserne: Kauf vorerst gescheitert DK, 31 07./08.02.1998 Kein Kauf der Tillykaserne; Verhandlungen stagnieren SZ, 32 09.02.1998 Pfeffer F., Zündende Ideen für Munitionsdepots gesucht NR, 76 01.04.1998 Frey Ch., Tilly-Kaserne: Kauf ist perfekt SOB, 76 01.04.1998 Ankauf der Tillykaserne unter Dach und Fach SOB, 115 20.05.1998 Potente Mittelstandsbetriebe gesucht; JVA kein Thema für die Tilly-Kaserne SOB, 230 07.10.1998 Der erste Betrieb zieht fest in die Tillykaserne ein; Landrat sieht Arbeitsmarkt im Kreis als "geräumt" NR, 189 19.08.1998 Glatz U., Tilly-Gelände scheint begehrt NR, 195 26.08.1998 Stumpf A., Riesige Stahlkonstruktion auf dem Kasernengelände NR, 196 27.08.1998 Justizvollzugsanstalt in die Tilly-Kaserne? SOB, 230 07.10.1998 Der erste Betrieb zieht fest in die Tillykaserne ein; Landrat sieht Arbeitsmarkt im Kreis als "geräumt" NR, 228 05.10.1998 Städtebaulicher Vorentwurf für Tilly-Kaserne liegt vor NR, 252 02.11.1998 Tilly-Park stößt auf Skepsis NR Jahr 1998 Bald grünes Licht für Tilly-Ranch NR, 28 04.02.1999 Die Zukunft haust in alten Militär-Gemäuern NR, 150 03.07.1999 Planung für den neuen Ortsteil Kreut SOB,156 10./11.07.1999 Neue Trasse gefährdet Umgehung NR, 171 28.07.1999 Gute Karten für Umgehung NR Jahr 1999 Reichl M., Schiele: „Endlich Nägel mit Köpfen“ NR, 217 20.09.1999 Bebauungsplan Kreut macht Fortschritte NR, 96 26.04.2000 Frey Ch., Wandel in alten Militär-Mauern NR, 292 19.12.2000 Oberhausen verlagert Bauhof nach Kreut SOB,293 20.12.2000 Bauhof wird bald nach Kreut verlegt NR, 298 28.12.2000 Stadt orientiert sich nach Westen SOB, 82 07./08.04.2001 Gründerzentrum für Tillykaserne Wochenzeitung,
Neuburg 19.06.2001 Tilly-Park – Das Gewerbegebiet im Grünen NR, 224 28.09.2001 Rinke M., Ein Zentrum für das innovative Potenzial SOB, 224 28.09.2001 Tilly-Park öffnet Tore für Gründer NR Die Natur erleben, aber sorgsam SOB, 286 12.12.2001 In der Tillykaserne wird abgeräumt NR, 03.01.2002 Reichl M., Die letzten Reste von der Tilly-Kaserne Extra 28.02.2002 Aus Kaserne werden moderne Wohnungen SOB, 64 16.03.2002 Abräumen im Tillypark bald beendet; Forstamt verlangt Ersatz für die Rodung DK, 64 16./17.03.2002 Abräumen im Tillypark bald beendet; Forstamt verlangt Ersatz für Rodung NR, 136 15.06.2002 Jetzt kann endlich am Burgholz gebaut werden NR, 139 19.06.2002 Bachmeier U., Bayern will mit Land sparsamer umgehen DK, 286 12.12.2005 Die Tilly-GmbH wird sich bald auflösen NR 03.05.2006 Rinke M., Nervenaufreibendes, spannendes Projekt NR 18.06.2006 Konversion bringt 130 Arbeitsplätze DK 02.05.2008 Tilly-GmbH zieht einen Schlussstrich NR, 103 03.05.2008 Umwandlung der Tilly-Kaserne abgeschlossen 5.2 Archivalien der Kreisstadt Neuburg a. d. Donau Bayerisches Staatsministerium des Inneren, Beckstein: Neue Nutzung militärischer Liegenschaften ist Herausforderung für Staat, Kommunen und private Investoren, 29.01.1998 Broschüre: Natur beobachten – Natur erleben, Landratsamt Neuburg- Schrobenhausen (Hsg.), Neuburg, 2004 Broschüre: Gründerzentrum, Tilly-Immobilie Verwertungsgesellschaft El Naib A., Jüngst W., Schütz E. (Hsg.), Die Bundesrepublik Deutschland bietet zum Kauf an: TILLY-KASERNE Ebe Sibylle, Ebe Johann, Tilly-Kaserne Neuburg a. d. Donau / Oberhausen, Gutachten zur Nachnutzung, 1994 Gesellschaftervertrag, 1993 Gesellschaftsvertrag, 7.03.1997 Gesellschafterversammlung vom 30.04.2008 Kopie des Kaufvertrages, Notarielle Urkunde, 5.06.1998 Lenz A., Presseinformation, Ankauf Tilly-Kaserne gescheitert? , 06.02.1998 Lenz A., Presseinformation, Straßenbauamt verhindert Gewerbeansiedlung im Ortsteil Kreut, 27.01.1999 Lenz A., Presseinformation, Tag der offenen Tür im Gewerbepark Kreut, 04.07.2000 Niederschrift: Öffentliche Sitzung des Stadtrates der Stadt Neuburg an der Donau am 28.01.1997 Presseinformation von der Pressestelle des Landratsamtes ND-SOB, Call-Center in der ehemaligen Tilly-Kaserne; Investieren in innovative Lösungen, 10.03.2000 Presseinformation von der Pressestelle des Landratsamtes ND-SOB, Existenzgründerzentrum Neuburg nimmt Konturen an, (k. A.) Herbst 2001 Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kreut“, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, in: Oberbayerisches Amtsblatt Nr. 23 vom 1.12.2000 , S.155ff 5.3 sonstige Quellen net1: http://www.neuburg-donau.de/unsere_stadt/geschichte/daten/daten.htm aufgerufen am 18.01.2009 net2: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_t%E2%80%99Serclaes_von_Tilly aufgerufen am 18.01.2009 net3: http://de.wikipedia.org/wiki/Regiment aufgerufen am 18.01.2009 06.04.2008 und 18.04.2008 Gespräch mit Gunter Weinrich (ehem. Standortältester, Mitglied des Naturschutzbundes) Chronik der Tilly-Kaserne, keine offizielle Ausgabe
Roland Holzmayr Die Geschichte aller unserer Ortsteile reicht bis weit in das Mittelalter zurück. Lesen konnten in dieser Zeit nur Gebildete, und Schreiben war eine Kunst. Pergament, und später Papier, konnten sich nur Begüterte leisten. Das Verschicken von Briefen durch Boten war teuer und riskant. Die Landbevölkerung war überwiegend Leibeigen und an einem schriftlichen Informationsaustausch nicht beteiligt. Erst als der Handel überregional zu werden begann, wurden fahrende Händler auch zu günstigen Nachrichtenübermittlern. Besonders die „Metzgerpost“ wurde häufig in Anspruch genommen. Zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert bauten die Herrschenden, die Klöster und die Kirchen die Botenwege aus, meist zu politischen oder militärischen Zwecken. Als Boten wurden z.B. Angestellte des kurfürstlichen Hofes, Kanzleidiener der Ämter und Gerichte oder Beauftragte des Adels und der Großkaufleute eingesetzt. Anfang des 16. Jahrhunderts begann die Familie Thurn und Taxis im Deutschen Reich systematisch Botenverbindung für den Kaiser aufzubauen. Durch Bayern führten zunächst nur Transitwege. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg konnte das Netz so verdichtet werden, dass auch abseits der großen Postrouten gelegen Orte in dieses Netz einbezogen werden konnten. In Neuburg wurde schon 1669 eine Kaiserliche Reichspostanstalt und Posthalterei eingerichtet.1 Damit rückten unsere Ortsteile deutlich näher an das postalische Geschehen heran. Trotzdem musste die Post zur Aufgabe nach Neuburg gebracht oder angekommene dort abgeholt werden. Häufig wurde durch Gemeindediener, die die dienstlichen Schreiben zu besorgen hatten, auch private Post gegen Botenlohn mitgenommen. Nach der Erhebung zum Königreich im Jahre 1806 übernahm Bayern 1808 die Post in eigene Verwaltung. Thurn und Taxis wurde entschädigt und in Neuburg die Postverwaltung in eine Königlich Bayrische umgewandelt.1 Für die Landbevölkerung änderte sich an den Umständen nichts. Auch die Gebühren blieben ziemlich unverändert und teuer. So kostete ein Brief bis 1 Loth (ca. 15 Gramm) nach München 6 Kreuzer. Dafür bekam man auch zwei Maß Bier. Nach Einführung der Schulpflicht in Bayern 1803, dem Ausbau der Verkehrswege und der beginnenden Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg auch der Bedarf in der Landbevölkerung nach postalischer Versorgung. So war es nur konsequent, dass Bayern am 1. Oktober 1860 die Landpostboten einführte.2
Die Schießplätze der Neuburger Garnison Roland Holzmayr Der Bau der "Alten Kaserne" (heute Landratsamt) von 1768 bis 1772 und der Bezug durch zunächst wechselnde Truppenteile machte Neuburg zur Garnison. Die Ausbildung der Soldaten im Gefechtsdienst und im Schießen erforderte entsprechende Möglichkeiten. Zunächst wurde noch im freien Gelände ausgebildet und geschossen. Mit der ersten länger absehbaren Belegung der Kaserne durch das 7. Linieninfanterieregiment "Fürst Löwenstein" ab 1804 wurden ständig nutzbare Ausbildungseinrichtungen nötig.
1214    Erste Nennung von Oberhausen, Unterhausen, Kreut und der Beutmühle im Pappenheimer Urbar (Besitzverzeichnis) der Reichsmarschälle von Pappenheim. Die Pappenheimer waren Lehensleute des Königs. "Der Marschall ist Vogt über Husen" (Unterhausen) "und das ander Husen" (Oberhausen). Kreut wird als "Gerüt" und die Beutmühle als "Peit" aufgeführt. Während Unterhausen bald als "Grimoldshusen", "Gremeltshausen" oder "Grinwald" und "Grünwaldshausen" unterschieden wird, gebrauchte man für Oberhausen noch lange den Namen "Husen" oder "Hausen". Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts bürgern sich die Namen "Unterhausen" und "Oberhausen" ein.   1247 In der Meraner Fehde erobern die Wittelsbacher unter Herzog Otto II. den Erlauchten mit Gewalt das Amt Neuburg. Unsere Orte werden somit wieder bayrisch. Die Alte Burg wird dabei erstmals zerstört.   1255 Bei der 1. Landesteilung kommt unser Gebiet zu Oberbayern. Herzog Ludwig II der Strenge erhält Oberbayern und die Pfalzgrafschaft bei Rhein, Herzog Heinrich Niederbayern.   1280 Nennung unserer Orte im Salbuch Herzog Ludwig des Strengen (Wittelsbacher Urbar).   1300 Der Kirchturm von Oberhausen stammt aus dieser Zeit.   1342 Der letzte Graf von Graisbach schenkt dem Kloster Niederschönenfeld den Kirchensatz von Unterhausen. Im selben Jahr tauscht das Kloster den Kirchensatz von Unterhausen mit dem von Burgheim. (Kirchensatz = Recht, einen Pfarrer einzusetzen sowie Lehen und Pfründe zu nutzen).   1352 Herzog Ludwig von Bayern bestätigt dem Benediktinerinnenkloster in Neuburg seine Besitzungen, darunter auch die in Unterhausen. Kaiser Heinrich II. hat um das Jahr 1000 dem neu gegründeten Kloster sie als Ausstattung übergeben.   1386/88* Im Krieg Bayern gegen den Städtebund werden die Kaiserburg und die wieder aufgebaute Alte Burg endgültig zerstört. Bei der Belagerung kommen Bliden, das sind große Steinschleudern, zum Einsatz.   1392 Bei der 3. Landesteilung kommt unser Gebiet zu Bayern-Ingolstadt unter Herzog Stephan III., genannt der Kneißl.   1398 Herzog Stephan III. von Bayern-Ingolstadt gibt den Bürgern von Burgheim das Recht, in Unterhausen einen Steinbruch an der "Hochgestatt" zu nutzen.   1447 Unser Gebiet fällt an Bayern-Landshut. Heinrich XVI. der Reiche ist der neue Landesherr.   1450-1518 In verschiedenen Salbüchern (= Güterverzeichnisse) von 1450 bis 1518 werden den Benediktinerinnen in Neuburg ihre Besitzungen bestätigt, darunter auch die in Unterhausen.   1503* Landshuter Erbfolgekrieg. Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut hat keine männlichen Erben. Nach dem Wittelsbacher Hausvertrag soll das Land an Bayern-München fallen. Herzog Heinrich bedenkt aber in seinem Testament seinen Schwiegersohn Ruprecht von der Pfalz und dessen Kinder Ottheinrich und Philipp. Das will der Münchner Herzog aber nicht akzeptieren und es kommt zu einem zerstörerischen und blutigen Bruderkrieg.   1505 Kölner Schiedsspruch. König Maximilian entscheidet, dass Bayern-Landshut an München fällt und für die Enkel Georgs ein eigenes kleines Fürstentum geschaffen wird. Unsere Orte kommen zu diesem neu gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg, auch "Junge Pfalz" genannt. Landesherr wird Pfalzgraf Friedrich von der Pfalz für die noch unmündigen Ottheinrich und Philipp.   1522 Die Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp sind volljährig und Übernehmen die Regierung. 1541 verzichtet der völlig verschuldete Philipp auf die Mitherrschaft zugunsten seines Bruders.   1542 Pfalzgraf Ottheinrich führt als inzwischen glühender Verfechter der Reformation den protestantischen Glauben ein.   1544 Staatsbankrott des Fürstentums Pfalz-Neuburg. Die Landstände übernehmen die Regierung.   1546* Schmalkaldischer Krieg. Neuburg wird von Kaiser Karl V. belagert und eingenommen. Ottheinrich flieht in die Pfalz. Das Land wird rekatholisiert.   1552 Der zurückgekehrte Pfalzgraf Ottheinrich führt in Pfalz-Neuburg endgültig die protestantische Lehre ein. Das Kloster der Benediktinerinnen wird aufgehoben, die Höfe in Unterhausen werden dem Amt Neuburg zinspflichtig. Aus dieser Zeit sind vier Protokolle zu Pfarreienvisitationen in Ober- und Unterhausen erhalten mit örtlich interessanten Aussagen (Protokolle von 1558, 1586, 1587, 1600).   1557 Der 1556 zum Kurfürsten von der Pfalz aufgestiegene Ottheinrich überlässt Pfalz-Neuburg dem Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken unter der Bedingung, dass das Land protestantisch bleibt. Wolfgang ist überzeugter Protestant, der eine der großen Kirchenordnungen erlässt und das evangelische Gesangbuch einführt. Im Abbau der Staatsverschuldung ist er nur wenig erfolgreich..   1569 Der Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang, Pfalzgraf Philipp Ludwig, erbt das Land. Auch er bleibt dem protestantischen Glauben treu. Er heiratet Anna von Jülich, Cleve und Berg und sichert sich damit Ansprüche auf diese Länder am Niederrhein. Er kann die Staatsschulden endlich reduzieren. Er lässt von Elias Holl die Sternschanze in Neuburg errichten.   1583 Pfalzgraf Philipp Ludwig erlässt ein Dekret, in dem festgelegt ist, was die Untertanen des Landgerichts Neuburg „wegen gefährlichen Zeitläufen“ (= im Kriegsfalle) zu stellen haben. Unterhausen: (in Klammer Angaben zu Oberhausen/Sinning) 35 (20/29) Mann mit Spieß oder Hellebarde bewaffnet. 10 (6/8) Schützen. 6 (8/6) Mann mit ganzer Rüstung. - (1/1) Reißwagen (= Transportwagen).   1614 Neuer Landesherr: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm. Er heiratet Magdalena von Bayern und konvertiert zum Katholizismus. Er sichert sich die Länder Jülich und Berg mit dem Hauptort Düsseldorf für sein Haus Pfalz-Neuburg. Er vollendet die Frauenkirche in Neuburg als katholische Hofkirche.   1617 Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm betreibt die Rekatholisierung. Er ruft die Jesuiten nach Neuburg und übergibt ihnen die ehemaligen Besitzungen der Benediktinerinnen. (Zu den sog. Jesuitendörfern zählen: Ballersdorf, Bruck, Hollenbach, Unterhausen, Zell sowie der Forsthof und der Igstetter Hof). Aus dieser Zeit ist eine Redewendung überkommen: „Wart nur, dich mach ich auch noch katholisch!“   1618-1648 Dreißigjähriger Krieg.   1624 Oberhausen wird wieder katholisch.   1629 In Reichertshofen (damals als Amt zu Pfalz-Neuburg gehörig) werden drei Frauen und ein Mann als Hexen bzw. Hexer angeklagt. Eine der drei Frauen ist Anna Spitzerin, 56 Jahr alt, geb. in Unterhausen. Der Vater namens Hopf war Forstknecht in Unterhausen.   1632* Im Verlaufe des 30-jährigen Krieges kommt es zur  Schlacht bei Rain am Lech. Die Schweden erzwingen den Übergang über den Lech und dringen in Bayern ein. Tilly wird in der Schlacht verwundet. Er wird über Unterhausen und Oberhausen nach Ingolstadt verbracht, wo er verstirbt.   1638-1648* Kaiserliche, schwedische, französische und bayerische Truppen sind in Kampfhandlungen in Bayern verwickelt.   1653 Neuer Landesherr: Pfalzgraf Philipp Wilhelm. 1685 erbt er die Kurpfalz und wird Kurfürst. Mit seiner zweiten Frau Elisabeth Amalie Magdalena von Hessen-Darmstadt hat er 17 Kinder, die alle zu hohen Würden gelangen und für die er durch kluge Heiratspolitik zum "Schwiegervater Europas" wird. Elisabeth Amalie überlebt ihren Mann um 20 Jahre und ist in der Hofkirche beigesetzt.   1690 Neuer Landesherr: Kurfürst Johann Wilhelm. Er residiert wegen des pfälzischen Erbfolgekrieges nicht in Heidelberg, sondern in Düsseldorf. Wegen seiner Bauten und der Förderung der Kunst in Düsseldorf wird er dort liebevoll "Jan Wellem" genannt.   1691 Fertigstellung des neuen Pfarrhofes in Unterhausen, nachdem der alte Pfarrhof seit 1556 (bis 1954) als Forstdienststelle genutzt wurde. Unterhausen erhält wieder einen eigenen Pfarrer, nachdem seit Wiedereinführung der kath. Lehre 1617 die Pfarrer von Straß Unterhausen mitbetreuten.   1703* Spanischer Erbfolgekrieg. Die Kupfalz und Pfalz-Neuburg stehen auf Seite des Kaisers, Kurbayern auf Seite der Franzosen. Neuburg wird von bayrischen Truppen belagert und genommen und die Region leidet unter Truppendurchmärschen und Plünderungen.   1716 Neuer Landesherr: Kurfürst Karl Philipp, Bruder von Johann Wilhelm. Er residiert in Heidelberg und dann in Mannheim. Mit seinem Tod stirbt die Linie Pfalz-Neuburg aus.   1742 Neuer Landesherr: Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach. In den folgenden 35 Jahren herrscht ausnahmsweise Frieden im Land. 1777 erbt Karl Theodor Bayern und ist jetzt Kurfürst von Pfalz-Bayern. Alle wittelsbachischen Länder sind jetzt vereinigt. Doch Österreich beansprucht Bayern und bietet die österreichischen Niederlande im Tausch an. Weil Karl Theodor nicht abgeneigt scheint, verhindert der preußische König Friedrich II. das Ansinnen. Karl Theodor veranlasst die Trockenlegung und die Besiedlung des Donaumooses.   1743 Prozess u. a. gegen Johann Seitz, Leinwebersohn von Unterhausen, wegen Wilderei vor dem Gumppenbergischen Herrschaftsgericht in Pöttmes.   1775-1782 Bau der Pfarrkirche St. Pankratius in Unterhausen.   1778 In Oberhausen wird der erste Lehrer angestellt: Lorenz Fischer, 21 Jahre alt. Er unterrichtet im Haus Nr. 29 (1976 abgebrochen) bis 1834, das sind stolze 56 Jahre. Sein Gehalt: 8 Gulden im Jahr, ein Klafter Brennholz, dazu von jedem Kind Schulgeld, 2 Kreuzer pro Woche im Winter und 1 Kreuzer im Sommer.   1781 Die Johanniter, auch Malteser genannt, erhalten die von den Jesuiten 1773 eingezogenen Güter und Herrschaften, auch die in Unterhausen. Der Jesuitenorden war 1773 von Papt Clemens XIV. aufgehoben worden.   1792 ff* Die Furcht vor dem Übergreifen der Ideen der französischen Revolution auf andere europäische Länder und der Anspruch Frankreichs auf alle linksrheinischen Gebiete löst die Revolutions- und Koalitionskriege aus. Der Aufstieg Napoleons verschärft die Lage erheblich. Bis 1815 bekämpfen sich europäische Staaten in unterschiedlichen Bündnissen. Erst der Wiener Kongress bringt den ersehnten Frieden. Vom 2. Koalitionskrieg (1798-1802) werden unsere Orte besonders stark betroffen.   1799 Neuer Landesherr: Kurfürst Maximilian IV. Joseph aus der Linie Zweibrücken. Erzogen als Soldat und in französischen Diensten stehend wird er unvorhergesehen Thronfolger an Stelle seines verstorbenen Bruders. Er betreibt die Säkularisation in Bayern, in deren Zuge fast alle Klöster aufgelöst werden und deren Besitz an den Staat fällt. Außenpolitisch wendet er sich ab 1801 Frankreich zu und verbündet sich mit Napoleon.   1800* Schlacht bei Oberhausen, bei der sich französische und bayrisch-österreichische Soldaten gegenüber stehen. Zu den zahlreichen Opfern zählt auch Latour d´Auvergne, der „Erste Grenadier Frankreichs“. Das Grundstück mit dem Denkmal über seinem Grab wird Eigentum des französischen Staates.   1803 Einführung der Schulpflicht in Bayern.   1806 Für die Bündnisstreue mit Frankreich wird Bayern Königreich von Napoleons Gnaden.   1808 Aufhebung der pfalz-neuburgischen Landschaft. Unser Gebiet kommt zum Altmühlkreis mit Eichstätt als Hauptstadt. Ober- und Unterhausen werden eine gemeinsame Steuergemeinde und erhalten erstmals Hausnummern. Uhs 1-33, Ohs 34-71. Das Königreich Bayern gibt sich eine erste Verfassung. 1818 wird sie überarbeitet und gilt bis 1918. Darin werden die Leibeigenschaft aufgehoben und Privilegien des Adels abgebaut.   1809 Kaiser Napoleon I. besucht das Latour-Denkmal. Aufhebung und Einziehung der Besitzungen der Johanniter. Erstmalige Erwähnung eines Volksschullehrers in Unterhausen.   1810 Unser Gebiet kommt zum Oberdonaukreis mit Eichstätt als Hauptstadt (ab 1817 Augsburg).   1812 Von Kaiser Napoleon I. Russlandfeldzug – Bayern muss 30.000 Soldaten stellen – kehren zwei Bürger aus Unterhausen nicht zurück.   1815-1817 Eine der schlimmsten Hungersnöte wütet in ganz Deutschland, ausgelöst durch den gewaltigen Ausbruch des Vulkanes Tambora in Indonesien. Der Auswurf verdunkelte die Nordhalbkugel fast 1 ½ Jahre. Das Jahr 1816 geht als "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein.   1817 Kauf eines Anwesens durch die Gemeinde Unterhausen, das zu einem Schulhaus umgebaut wird.   1820 Bau des Kirchturmes der Pfarrkirche in Unterhausen.   1825 Neuer Landesherr: König Ludwig I. Seine Hochzeit begründet das Münchner Oktoberfest. In der Gesinnung ist er deutsch-national, in der Kunst schwärmt er für das klassische Altertum. Die klassizistischen Bauten in der Münchner Ludwigstraße und auf dem Königsplatz, die Befreiungshalle und die Walhalla entstehen auf sein Betreiben. Wegen seiner Affäre mit Lola Montez muss er 1848 abdanken.   1830 Protestantische Siedler kaufen die Höfe in Kreut und legen 1842 den Friedhof an.   1838 Der Oberdonaukreis wird umgegliedert in den Regierungsbezirk „Schwaben und Neuburg“.   1846 Oberhausen erhält ein Schul- und Mesnerhaus (heute Gemeindeamt). Das Grundstück kostet 100 Gulden, der Schulhausbau ist mit 3000 Gulden veranschlagt. Weil Oberhausen kein Geld hat, übernimmt der "Allgemeine Schulfond" den größten Teil, der Rest wird auf die Bürger umgelegt. Im Gebäude sind auch die Lehrerwohnung, eine Magdkammer sowie Stall, Tenne und Heubühne untergebracht.   1848 Neuer Landesherr: König Maximilian II. Er fördert Wissenschaft und Kunst, aber auch bayrisches Brauchtum, Tracht und Volksmusik. Er gründet das Maximilianeum, eine bayrische Hochbegabtenstiftung.   1850-1870 Flussbegradigung der Donau, dabei teilweise Absprengung des Felsenspitzes zur Gewinnung von Gestein für die Uferbefestigungen.   1860 Einführung der Landpostboten und der Briefkästen in den Landgemeinden. Briefträger zu Fuß stellen jetzt täglich außer Sonntag von Neuburg aus die Post in den Landgemeinden zu und leeren die Landbriefkästen.   1864 Neuer Landesherr: König Ludwig II. Er strebt nach einem mystisch geprägten Idealbild eines christlichen Königtums. Er zieht sich in Traumwelten zurück und setzt sie in Bauten mit erheblichen finanziellem Aufwand um. Sein Interesse gilt aber auch der Technik und er fördert Richard Wagner. Letztendlich wird er entmündigt und stirbt unter mysteriösen Umständen im Starnberger See.   1870/71 Deutsch-französischer Krieg. Auslöser ist der lapidare Streit zwischen Preußen und Frankreich über die spanische Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Bayern ist bündnistreu und Frankreich wird schnell besiegt. Ein Ergebnis ist die Vereinigung der deutschen Staaten im Deutschen Kaiserreich. Ein Bürger aus Unterhausen verliert sein Leben.   1874 Eröffnung der Donautalbahn Regensburg-Ingolstadt-Donauwörth. Unterhausen wird Bahnstation mit Post im Bahnhofsgebäude.   1876 Währungsreform: Nach der Reicheinigung wird ein einheitliches deutsches Zahlungsmittel eingeführt. Statt Gulden und Kreuzer wird jetzt auch in Bayern mit Mark und Pfennig (Goldmark) bezahlt. Kalksteinabbau am Steinbruch beim Bahnhof mit Schienen-anschluss zum Bahnhof. Die gebrochenen Steine werden auch zum Ausbau der bayerischen Landesfestung Ingolstadt verwendet.   1879 Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Oberhausen und Unterhausen.   1886 Neuer Landesherr: Für den geisteskranken, nicht regierungsfähigen König Otto übernimmt sein Onkel, der volks- und naturverbundene Prinz Luitpold die Regentschaft. Die folgenden 26 Jahre seiner Regierung gehen als die "gute alte zeit" in die bayrische Geschichte ein.   1888 Neubau eines zweistöckigen Schulhauses in Unterhausen. Abbruch 1968.   1889 Exhumierung und Überführung der Gebeine von Latour d`Auvergne nach Paris und dort Beisetzung im Pantheon aus Anlass der 100-Jahrfeier zur französischen Revolution.   1893 Die Fa. Schulz & Philipp beginnt mit der Ausbeutung der Kieselerdevorkommen bei Kreut und Oberhausen.   1908 Sprengung des 36 m hohen Schornsteines des Kalkwerkes Unterhausen. (Heute befindet sich dort die Schreinerei Burzler)   1909 Bau eines Kalkofens am Huberbruch. (Aufgabe 1956, während der Flurbereinigung 1959 – 62 verfüllt)   1910 Bau der Pfarrkirche St. Clemens in Oberhausen in der heutigen Form.   1912 Neuer Landesherr: Prinzregent Ludwig, ab 1913 König Ludwig III. Sein Interesse gilt der Landwirtschaft, weshalb er den Spitznamen "Millibauer" erhält. Seine Regierungszeit wird aber durch den 1. Weltkrieg geprägt.   1913 Neubau eines Schulhauses in Unterhausen mit Lehrerwohnung.   1914 1. Weltkrieg. Das vom Militarismus geprägte Deutsch Kaiserreich lässt sich am 1. August 1914 mit großer Begeisterung in die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" ziehen. Weihnachten will man wieder zu Hause feiern, doch schon im November erstarren alle Fronten. Nach 4 Jahren Stellungskrieg sind 10 Millionen tote Soldaten und 7 Millionen Zivilisten zu beklagen. Aus Unterhausen fallen 20, aus Oberhausen 11 Soldaten.   1918 Der verlorene 1. Weltkrieg und die Unterversorgung der Bevölkerung führen zur Novemberrevolution, die am 7. November Bayern erreicht und zur Absetzung König Ludwig III. führt. Bayern wird "Volksstaat", dann "Räterepublik", später "Freistaat".   1919 Gründung des Krieger- und Soldatenvereins Unterhausen.   1920 Mit der Weimarer Verfassung werden Bahn, Post und der Rest der Armee "verreichlicht". Bayern ist nur noch ein Land unter vielen im Deutschen Reich.   1921 Beginn der Stromversorgung für elektrisches Licht in Oberhausen und Unterhausen.   1923 Die Finanzierung des 1. Weltkrieges und die Ausweitung der Geldmenge, um die Staatsschulden zu bezahlen, führen 1923 in die Hochinflation. 1 Mass Bier kostet im November 80 Milliarden Mark und ein Brief aus Unterhausen nach Österreich 300 Milliarden Mark. Die Folge ist eine Währungsreform. Auf die Papiermark folgen Rentenmark und dann Reichsmark.   1930 Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Unterhausen.   1936 Baubeginn des Wifo-Tanklagers (Wirtschaftliche Forschungs-gesellschaft), des Buchenberglagers und der Wifo-Siedlung; Erweiterung der Gleisanlagen am Bahnhof Unterhausen.   1938 Oberhausen erhält eine eigene Landpoststelle mit Josef Burgard als Posthalter.   1939 Aus dem Regierungsbezirk „Schwaben und Neuburg“ wird der Regierungsbezirk „Schwaben“.   1939 2. Weltkrieg. Er beginnt am 1. September mit dem deutschen Überfall auf Polen. Es folgten Blitzkriege gegen weitere Nachbarn und der Angriff auf die Sowjetunion. Hitlers Eroberungsstrategie ist nur bis zum Winter 1942/43 erfolgreich. Dann wird die Übermacht der Alliierten immer größer und führt am 8. Mai 1945 zur bedingslosen Kapitulation der deutschen Whrmacht. Die Zahl der Kriegstoten liegt bei 65 Millionen wletweit. Aus Oberhausen fallen 36, aus Unterhausen 24 Soldaten.   1942 In großartiger Gemeinschaftsleistung aller "Wifoten" wird ab 1941 das Waldbad gebaut und 1942 in Betrieb genommen.   1944 Im Höfelholz werden ein Ukrainer und ein Pole durch die SS wegen angeblichen Mordversuchs ohne Gerichtsverhandlung durch den Strang hingerichtet. Dem Ukrainer wird auf der Gedenktafel an dem sog. "Russengrab" hinter dem Kreuter Friedhof gedacht.   1945 Das Ende des 2. Weltkrieges bringt schwere Zerstörungen in Unter- und Oberhausen vor allem durch schwere Luftangriffe amerikanischer Bomberverbände auf die Wifo und die Bahnanlagen, bei denen am 9. April 9 und am 18. April 13 Menschen sterben. Am 26. April setzen amerikanische Kampfverbände über die Donau, dabei gibt es erneut Zerstörungen durch Fliegerbeschuss. Am 27. April ist der Krieg für unsere Orte endlich zu Ende.   1945 ff Beseitigung der Kriegsschäden, Schwarzmarkt, Aufnahme von Heimatvertriebenen.   1946 Verfassung des Freistaates Bayern.   1948 Währungsreform: Statt mit Reichsmark wird jetzt mit D-Mark gezahlt. Das ist der Startschuss zum Wirtschaftswunder.   1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland.   1950 Der TSV Ober-/Unterhausen wird gegründet.   1956 Neubau der Schule in Oberhausen.   1958 Sprengung des 48 m hohen Schornsteines am ehemaligen Kalkwerk in Unterhausen.   1959 Bezug der Burgwaldkaserne durch die Bundeswehr. Der Weiler Kreut wird aufgelassen, die Bewohner bis 1961 abgesiedelt, die Höfe später eingeebnet. Das Gelände um den Krametsberg und dem Schönbühl wird Standortübungsplatz. 1963 wird die Kaserne in Tillykaserne umbenannt.   1969 Im Zuge der Schulreform werden die Volksschulen Oberhausen, Unterhausen und Sinning zusammengelegt. Die Oberhausener Schule wird als Grundschule fortgeführt, die Hauptschüler müssen nach Neuburg fahren.   1970 Gründung des Gartenbauvereins Ober-/Unterhausen.   1971 Gründung der Blaskapelle Ober-/Unterhausen.   1971 Freitag, 21. Mai: Bürgerversammlung in Unterhausen; einziger Tagesordnungspunkt: „Geplante Eingliederung der Gemeinde Unterhausen in die Gemeinde Oberhausen“. Sonntag 23. Mai: Abstimmung über die Eingliederung der Gemeinde Unterhausen in die Gemeinde Oberhausen:    268 Wahlberechtigte   137 Wähler 125 Ja-Stimmen 9 Nein-Stimmen 3 ungültige Stimmen   1972 Die Gemeinden Oberhausen, Unterhausen und Sinning schließen sich auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Oberhausen zusammen.   1973 Im Zuge der Gebietsreform wechseln unsere Orte von Schwaben in den neu gebildeten Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Regierungsbezirk Oberbayern.   1978 Die Gemeinde Oberhausen muss der Verwaltungsgemeinschaft Neuburg beitreten. Katastrophe am Bahnübergang Unterhausen/Straß; eine Diesellok schnitt einen liegen gebliebenen Tanklaster in zwei Teile, die sofort in Flammen standen.   1979 100-jähriges Gründungsfest der FFW Unterhausen.   1980 Die Gemeinde Oberhausen kehrt zur Selbstverwaltung zurück.   1981 Bau der Mehrzweckhalle und der Sportanlagen bei der Schule in Oberhausen.   1983 Weihe der Ulrichskapelle in Unterhausen. Oberhausen gibt sich ein Wappen.   1986 Weihe des neu erbauten Gerätehauses der FFW Unterhausen.   1994 Die Tillykaserne wird aufgelöst. Das Neubaugebiet „Reislein“ ist erschlossen und wird bebaut.   1996 Mit Hilfe der Unterwasserarchäologie wird die römische Donaubrücke zwischen Unterhausen und Stepperg erforscht.   1997 Das Neubaugebiet „Flachsberg I“ wird bebaut. Wenige Jahre später folgt das Neubaugebiet „Flachsberg II“.   2000 Aufgrund der nahezu ungestörten natürlichen Entwicklung in den 35 Jahren der Bundeswehrnutzung wird der ehemalige Standortübungsplatz als "Naturschutzgebiet Kreut" ausgewiesen.   2001 Spatenstich für den Bau der Umgehungsstraße B16. Erster Weihnachtsmarkt in Unterhausen.   2002 Aus der ehemaligen Tillykaserne entsteht das neue „Kreut“ als vierter Ortsteil der Gemeinde Oberhausen mit Wohn- und Gewerbegebiet. Währungsreform: Statt mit D-Mark wird jetzt mit Euro gezahlt. Archäologische Erkundung auf dem Ulrichsberg bei Unterhausen. Die Fundamente eines Gebäudes (vermutlich aus dem 13. Jahrhundert) weisen vielleicht auf die Kapelle hin, die in einer Sage eine Rolle spielt.   2003 Im Zuge des Ausbaues der neuen B 16 werden 8 Gräber aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. freigelegt.   2004 Die Umgehung von Ober- und Unterhausen der B 16 wird eingeweiht. 125-jähriges Gründungsfest der FFW Unterhausen.   2005 125-jähriges Gründungsfest der FFW Oberhausen.   2006 Einrichtung der Wanderwege „Pfade durch die Jahrtausende“.   2008 Die Wohnanlage „Lebensräume für Jung und Alt“ in Oberhausen wird eingeweiht. Das Neubaugebiet „Strassäcker“ ist erschlossen und wird bebaut.   2011 Das leistungsstarke Multimedia-Breitbandnetz für schnellste Datenübertragung „Oberhausen Unser Ortsnetz“ geht in Betrieb. Oberhausen ist die erste Gemeinde im Landkreis mit schnellem Internet-Zugang für alle. Eröffnung des Kaffeehauses in Oberhausen als soziale, von Ehrenamtlichen betriebene, Einrichtung.   2012 Die Gemeinde Oberhausen erhält den Bayerischen Qualitätspreis in der Kategorie „Wirtschaftsfreundliche Gemeinde“.   2013 Bombenfund am Bahnhof Unterhausen am 20. September. Ca. 500 Menschen mussten evakuiert werden. Am Abend gelang die Entschärfung.   2014 Die Erschließung des Neubaugebietes "Mühlberg" beginnt. Bei Ausgrabungen werden dort Spuren einer Siedlung aus der Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. gefunden.         Bei den mit einem * versehenen Jahreszahlen werden außergewöhnlich zahlreiche Einwohner drangsaliert, gefoltert und getötet, Häuser und Scheunen durch plündernde und marodierende Soldaten zerstört. Zusammengestellt von Georg Habermayr und Roland Holzmayr im März 2013. Aktualisiert von Roland Holzmayr im November 2014.    
Die Geschichte unserer Gemeinde beginnt schon lange bevor unsere Orte Unter- Oberhausen und Kreut 1214 erstmals urkundlich im Pappenheimer Urbar erwähnt wurden, denn zu dieser Zeit haben sie bereits schon als Dörfer oder Weiler existiert. Zahlreiche Einzelfunde von Stein- und Knochenwerkzeugen, die auf eine menschliche Existenz in unserer Region schließen lassen, stammen aus der Jungsteinzeit. Somit könnte man bereits feststellen: wis sind "stein alt"! Die früheste nachweisbare Siedlung auf unserem Gemeindegebiet befindet sich auf dem Stätteberg. Funde lassen sie der Bronzezeit (2200 - 800 v. Chr.), mit Schwerpunkt der späten Bronze (1300 - 800 v. Chr.) zuordnen. In der Folgezeit entstanden dezentrale Siedlungen; man baute noch keine festen Häuser die Spuren bis heute hinterlassen hätten.
Als Zeugen der Vergangenheit blieben Bodendenkmäler wie die Hügelgräber im Burgwald, Höfelholz und Reislein die aus der mittleren Bronzezeit (1600-1300 v. Chr.) stammen, ein keltisches Frauengrab am Hochufer des Herzogbrünnleins aus der frühen Latènezeit (450-380 v. Chr.), die gut erhaltene Römerstra0e am Südufer der Donau, Wachstationen (burgi) nahe der Mühlhartsfurt und im Burgwald, eine Römische Gesichtsmaske, Blidenstellungen, die Alte Burg und die Kaiserburg aus dem 10./11. Jahrhundert. Heute sind wir im digitalen Zeitalter angekommen. Als wir das 750-jährige Jubiläum feierten, konnte man sich nicht vorstellen, dass wir 50 Jahre später mit einem Hochgeschwindigkeitsglasfasernetz im Internet surfen. An den Vorbereitungen zur 800 Jahrfeier arbeitet seit 2013 ein Arbeitskreis von vielen ehrenamtlichen Bürgern.
Es wurde ein vielfältiges Jahresprogramm zusammengestellt, zu dem wir alle unsere Bürger herzlich einladen möchten, um mit uns ein schönes Fest zu feiern, an das sich dann manche in 50 Jahren noch erinnern können. 800-jahre_hausen.pdf
Das Pappenheimer Urbar von 1214 Roland Holzmayr Die Reichsmarschälle von Pappenheim waren im Mittelalter wichtige Gefolgsleute der Kaiser. Heinrich von Kalden, ein Mitglied der Familie Pappenheim, erhielt 1197 von Kaiser Heinrich VI. Güter und Rechte über                                         - die Burg und das Amt Neuburg,                                         - die Herrschaft Rechberg, und                                         - die Herrschaft Pappenheim. Details darüber wurden später in einem Gesamtverzeichnis (Urbar) festgehalten.
Die Kipp´ im Unterhauser Forst Roland Holzmayr Fährt man von der Roten Säule den Waldweg nach Leidling, durchsticht die Straße einen ca. 6 Meter hohen Damm, der links und rechts des Weges aufragt und der nach Osten ca. 450 Meter und nach Westen etwa 250 Meter im Wald zu verfolgen ist. Manche vermuteten in der Aufschüttung eine Vorläufertrasse der Donautalbahn. Diese wurde aber schon 1874 in Betrieb genommen, während die Aufschüttung in den Landkarten erst nach dem 2. Weltkrieg auftaucht. Die Entstehung dieses Dammes wurde durch die Wifo (Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft) verursacht. Mit dem Bau des Tanklagers ab 1936 mussten Unmengen von Aushub für die unterirdischen Tanks irgendwo deponiert werden. Der Aushub wurde mittels einer Lorenbahn transportiert und im Unterhauser Forst abgekippt. So entstand der Name „die Kipp´“. Man begann im Osten des Dammes, verlegte bei weiterem Fortschreiten die Gleise auf die Dammhöhe, weil man so leichter abkippen konnte, und trieb so dem Damm weiter nach Westen. Irgendwann wurde der Leidlinger Weg erreicht. Weil aber noch Mengen von Aushub zu deponieren waren, baute man den Damm über den Weg weiter. Erst nach Beendigung des Abkippens konnten die Gleise abgebaut werden und die Leidlinger legten ihren Weg wieder frei. So entstand der heutige Dammeinschnitt an der Straße.
Das Geheimnis der mittelalterlichen Wüstung auf dem Ulrichsberg Ludwig Lang Auf dem Ulrichsberg wurden bei einer archäologischen Erkundung im Jahre 2002 die Reste einer bislang unbekannten mittelalterlichen Ansiedlung entdeckt. Die Untersuchung wurde durchgeführt, um den Wahrheitsgehalt der Sage zu überprüfen, nach deren Überlieferung drei Burgfräulein von der etwas nördlich gelegenen Kaiserburg immer zur Kapelle auf dem Ulrichsberg zum Gebet gegangen wären (Böck 1989).