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Anmeldung
Liebe Eltern,
aufgrund der momentanen Situation ist eine persönliche Anmeldung für das Kindergartenjahr 2025/26 möglich. Dazu möchten wir Sie am Donnerstag, 19.02.2026 in die von Ihnen favorisierte Einrichtung (Kindergarten Oberhausen oder Haus für Kinder Sinning) von 9:00 - 13:00 Uhr einladen.
Bitte drucken Sie sich die drei folgenden Formulare aus:
Aufnahmeantrag für die Kindertagesstätte
Informationen für das Kind
Buchungstabelle
Diese finden Sie auf der Internetseite www.oberhausen-donau/einrichtungen.
Bitte lesen Sie die Satzung über die Benutzung der Tageseinrichtung, die Gebührensatzung, den Anhang zur Gebührensatzung und die Konzeption gut durch. Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an die Kindergartenleitungen.
Unsere Konzeption und die Satzungen finden Sie auf unserer Homepage.
Für ein persönliches Kennenlernen möchten wir Sie zu einem Infoabend einladen. Den Termin dafür geben wir rechtzeitig bekannt.
800 Jahre Hausen 1214-2014
1214
Erste Nennung von Oberhausen, Unterhausen, Kreut und der Beutmühle im Pappenheimer Urbar (Besitzverzeichnis) der Reichsmarschälle von Pappenheim. Die Pappenheimer waren Lehensleute des Königs.
"Der Marschall ist Vogt über Husen" (Unterhausen) "und das ander Husen" (Oberhausen). Kreut wird als "Gerüt" und die Beutmühle als "Peit" aufgeführt.
Während Unterhausen bald als "Grimoldshusen", "Gremeltshausen" oder "Grinwald" und "Grünwaldshausen" unterschieden wird, gebrauchte man für Oberhausen noch lange den Namen "Husen" oder "Hausen". Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts bürgern sich die Namen "Unterhausen" und "Oberhausen" ein.
1247
In der Meraner Fehde erobern die Wittelsbacher unter Herzog Otto II. den Erlauchten mit Gewalt das Amt Neuburg. Unsere Orte werden somit wieder bayrisch. Die Alte Burg wird dabei erstmals zerstört.
1255
Bei der 1. Landesteilung kommt unser Gebiet zu Oberbayern. Herzog Ludwig II der Strenge erhält Oberbayern und die Pfalzgrafschaft bei Rhein, Herzog Heinrich Niederbayern.
1280
Nennung unserer Orte im Salbuch Herzog Ludwig des Strengen (Wittelsbacher Urbar).
1300
Der Kirchturm von Oberhausen stammt aus dieser Zeit.
1342
Der letzte Graf von Graisbach schenkt dem Kloster Niederschönenfeld den Kirchensatz von Unterhausen. Im selben Jahr tauscht das Kloster den Kirchensatz von Unterhausen mit dem von Burgheim. (Kirchensatz = Recht, einen Pfarrer einzusetzen sowie Lehen und Pfründe zu nutzen).
1352
Herzog Ludwig von Bayern bestätigt dem Benediktinerinnenkloster in Neuburg seine Besitzungen, darunter auch die in Unterhausen. Kaiser Heinrich II. hat um das Jahr 1000 dem neu gegründeten Kloster sie als Ausstattung übergeben.
1386/88*
Im Krieg Bayern gegen den Städtebund werden die Kaiserburg und die wieder aufgebaute Alte Burg endgültig zerstört. Bei der Belagerung kommen Bliden, das sind große Steinschleudern, zum Einsatz.
1392
Bei der 3. Landesteilung kommt unser Gebiet zu Bayern-Ingolstadt unter Herzog Stephan III., genannt der Kneißl.
1398
Herzog Stephan III. von Bayern-Ingolstadt gibt den Bürgern von Burgheim das Recht, in Unterhausen einen Steinbruch an der "Hochgestatt" zu nutzen.
1447
Unser Gebiet fällt an Bayern-Landshut. Heinrich XVI. der Reiche ist der neue Landesherr.
1450-1518
In verschiedenen Salbüchern (= Güterverzeichnisse) von 1450 bis 1518 werden den Benediktinerinnen in Neuburg ihre Besitzungen bestätigt, darunter auch die in Unterhausen.
1503*
Landshuter Erbfolgekrieg. Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut hat keine männlichen Erben. Nach dem Wittelsbacher Hausvertrag soll das Land an Bayern-München fallen. Herzog Heinrich bedenkt aber in seinem Testament seinen Schwiegersohn Ruprecht von der Pfalz und dessen Kinder Ottheinrich und Philipp. Das will der Münchner Herzog aber nicht akzeptieren und es kommt zu einem zerstörerischen und blutigen Bruderkrieg.
1505
Kölner Schiedsspruch. König Maximilian entscheidet, dass Bayern-Landshut an München fällt und für die Enkel Georgs ein eigenes kleines Fürstentum geschaffen wird. Unsere Orte kommen zu diesem neu gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg, auch "Junge Pfalz" genannt. Landesherr wird Pfalzgraf Friedrich von der Pfalz für die noch unmündigen Ottheinrich und Philipp.
1522
Die Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp sind volljährig und Übernehmen die Regierung. 1541 verzichtet der völlig verschuldete Philipp auf die Mitherrschaft zugunsten seines Bruders.
1542
Pfalzgraf Ottheinrich führt als inzwischen glühender Verfechter der Reformation den protestantischen Glauben ein.
1544
Staatsbankrott des Fürstentums Pfalz-Neuburg. Die Landstände übernehmen die Regierung.
1546*
Schmalkaldischer Krieg. Neuburg wird von Kaiser Karl V. belagert und eingenommen. Ottheinrich flieht in die Pfalz. Das Land wird rekatholisiert.
1552
Der zurückgekehrte Pfalzgraf Ottheinrich führt in Pfalz-Neuburg endgültig die protestantische Lehre ein. Das Kloster der Benediktinerinnen wird aufgehoben, die Höfe in Unterhausen werden dem Amt Neuburg zinspflichtig. Aus dieser Zeit sind vier Protokolle zu Pfarreienvisitationen in Ober- und Unterhausen erhalten mit örtlich interessanten Aussagen (Protokolle von 1558, 1586, 1587, 1600).
1557
Der 1556 zum Kurfürsten von der Pfalz aufgestiegene Ottheinrich überlässt Pfalz-Neuburg dem Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken unter der Bedingung, dass das Land protestantisch bleibt. Wolfgang ist überzeugter Protestant, der eine der großen Kirchenordnungen erlässt und das evangelische Gesangbuch einführt. Im Abbau der Staatsverschuldung ist er nur wenig erfolgreich..
1569
Der Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang, Pfalzgraf Philipp Ludwig, erbt das Land. Auch er bleibt dem protestantischen Glauben treu. Er heiratet Anna von Jülich, Cleve und Berg und sichert sich damit Ansprüche auf diese Länder am Niederrhein. Er kann die Staatsschulden endlich reduzieren. Er lässt von Elias Holl die Sternschanze in Neuburg errichten.
1583
Pfalzgraf Philipp Ludwig erlässt ein Dekret, in dem festgelegt ist, was die Untertanen des Landgerichts Neuburg „wegen gefährlichen Zeitläufen“ (= im Kriegsfalle) zu stellen haben.
Unterhausen: (in Klammer Angaben zu Oberhausen/Sinning)
35 (20/29) Mann mit Spieß oder Hellebarde bewaffnet.
10 (6/8) Schützen.
6 (8/6) Mann mit ganzer Rüstung.
- (1/1) Reißwagen (= Transportwagen).
1614
Neuer Landesherr: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm. Er heiratet Magdalena von Bayern und konvertiert zum Katholizismus. Er sichert sich die Länder Jülich und Berg mit dem Hauptort Düsseldorf für sein Haus Pfalz-Neuburg. Er vollendet die Frauenkirche in Neuburg als katholische Hofkirche.
1617
Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm betreibt die Rekatholisierung. Er ruft die Jesuiten nach Neuburg und übergibt ihnen die ehemaligen Besitzungen der Benediktinerinnen. (Zu den sog. Jesuitendörfern zählen: Ballersdorf, Bruck, Hollenbach, Unterhausen, Zell sowie der Forsthof und der Igstetter Hof). Aus dieser Zeit ist eine Redewendung überkommen: „Wart nur, dich mach ich auch noch katholisch!“
1618-1648
Dreißigjähriger Krieg.
1624
Oberhausen wird wieder katholisch.
1629
In Reichertshofen (damals als Amt zu Pfalz-Neuburg gehörig) werden drei Frauen und ein Mann als Hexen bzw. Hexer angeklagt. Eine der drei Frauen ist Anna Spitzerin, 56 Jahr alt, geb. in Unterhausen. Der Vater namens Hopf war Forstknecht in Unterhausen.
1632*
Im Verlaufe des 30-jährigen Krieges kommt es zur Schlacht bei Rain am Lech. Die Schweden erzwingen den Übergang über den Lech und dringen in Bayern ein. Tilly wird in der Schlacht verwundet. Er wird über Unterhausen und Oberhausen nach Ingolstadt verbracht, wo er verstirbt.
1638-1648*
Kaiserliche, schwedische, französische und bayerische Truppen sind in Kampfhandlungen in Bayern verwickelt.
1653
Neuer Landesherr: Pfalzgraf Philipp Wilhelm. 1685 erbt er die Kurpfalz und wird Kurfürst. Mit seiner zweiten Frau Elisabeth Amalie Magdalena von Hessen-Darmstadt hat er 17 Kinder, die alle zu hohen Würden gelangen und für die er durch kluge Heiratspolitik zum "Schwiegervater Europas" wird. Elisabeth Amalie überlebt ihren Mann um 20 Jahre und ist in der Hofkirche beigesetzt.
1690
Neuer Landesherr: Kurfürst Johann Wilhelm. Er residiert wegen des pfälzischen Erbfolgekrieges nicht in Heidelberg, sondern in Düsseldorf. Wegen seiner Bauten und der Förderung der Kunst in Düsseldorf wird er dort liebevoll "Jan Wellem" genannt.
1691
Fertigstellung des neuen Pfarrhofes in Unterhausen, nachdem der alte Pfarrhof seit 1556 (bis 1954) als Forstdienststelle genutzt wurde.
Unterhausen erhält wieder einen eigenen Pfarrer, nachdem seit Wiedereinführung der kath. Lehre 1617 die Pfarrer von Straß Unterhausen mitbetreuten.
1703*
Spanischer Erbfolgekrieg. Die Kupfalz und Pfalz-Neuburg stehen auf Seite des Kaisers, Kurbayern auf Seite der Franzosen. Neuburg wird von bayrischen Truppen belagert und genommen und die Region leidet unter Truppendurchmärschen und Plünderungen.
1716
Neuer Landesherr: Kurfürst Karl Philipp, Bruder von Johann Wilhelm. Er residiert in Heidelberg und dann in Mannheim. Mit seinem Tod stirbt die Linie Pfalz-Neuburg aus.
1742
Neuer Landesherr: Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach. In den folgenden 35 Jahren herrscht ausnahmsweise Frieden im Land. 1777 erbt Karl Theodor Bayern und ist jetzt Kurfürst von Pfalz-Bayern. Alle wittelsbachischen Länder sind jetzt vereinigt. Doch Österreich beansprucht Bayern und bietet die österreichischen Niederlande im Tausch an. Weil Karl Theodor nicht abgeneigt scheint, verhindert der preußische König Friedrich II. das Ansinnen. Karl Theodor veranlasst die Trockenlegung und die Besiedlung des Donaumooses.
1743
Prozess u. a. gegen Johann Seitz, Leinwebersohn von Unterhausen, wegen Wilderei vor dem Gumppenbergischen Herrschaftsgericht in Pöttmes.
1775-1782
Bau der Pfarrkirche St. Pankratius in Unterhausen.
1778
In Oberhausen wird der erste Lehrer angestellt: Lorenz Fischer, 21 Jahre alt. Er unterrichtet im Haus Nr. 29 (1976 abgebrochen) bis 1834, das sind stolze 56 Jahre. Sein Gehalt: 8 Gulden im Jahr, ein Klafter Brennholz, dazu von jedem Kind Schulgeld, 2 Kreuzer pro Woche im Winter und 1 Kreuzer im Sommer.
1781
Die Johanniter, auch Malteser genannt, erhalten die von den Jesuiten 1773 eingezogenen Güter und Herrschaften, auch die in Unterhausen. Der Jesuitenorden war 1773 von Papt Clemens XIV. aufgehoben worden.
1792 ff*
Die Furcht vor dem Übergreifen der Ideen der französischen Revolution auf andere europäische Länder und der Anspruch Frankreichs auf alle linksrheinischen Gebiete löst die Revolutions- und Koalitionskriege aus. Der Aufstieg Napoleons verschärft die Lage erheblich. Bis 1815 bekämpfen sich europäische Staaten in unterschiedlichen Bündnissen. Erst der Wiener Kongress bringt den ersehnten Frieden. Vom 2. Koalitionskrieg (1798-1802) werden unsere Orte besonders stark betroffen.
1799
Neuer Landesherr: Kurfürst Maximilian IV. Joseph aus der Linie Zweibrücken. Erzogen als Soldat und in französischen Diensten stehend wird er unvorhergesehen Thronfolger an Stelle seines verstorbenen Bruders. Er betreibt die Säkularisation in Bayern, in deren Zuge fast alle Klöster aufgelöst werden und deren Besitz an den Staat fällt. Außenpolitisch wendet er sich ab 1801 Frankreich zu und verbündet sich mit Napoleon.
1800*
Schlacht bei Oberhausen, bei der sich französische und bayrisch-österreichische Soldaten gegenüber stehen. Zu den zahlreichen Opfern zählt auch Latour d´Auvergne, der „Erste Grenadier Frankreichs“.
Das Grundstück mit dem Denkmal über seinem Grab wird Eigentum des französischen Staates.
1803
Einführung der Schulpflicht in Bayern.
1806
Für die Bündnisstreue mit Frankreich wird Bayern Königreich von Napoleons Gnaden.
1808
Aufhebung der pfalz-neuburgischen Landschaft. Unser Gebiet kommt zum Altmühlkreis mit Eichstätt als Hauptstadt.
Ober- und Unterhausen werden eine gemeinsame Steuergemeinde und erhalten erstmals Hausnummern. Uhs 1-33, Ohs 34-71.
Das Königreich Bayern gibt sich eine erste Verfassung. 1818 wird sie überarbeitet und gilt bis 1918. Darin werden die Leibeigenschaft aufgehoben und Privilegien des Adels abgebaut.
1809
Kaiser Napoleon I. besucht das Latour-Denkmal.
Aufhebung und Einziehung der Besitzungen der Johanniter.
Erstmalige Erwähnung eines Volksschullehrers in Unterhausen.
1810
Unser Gebiet kommt zum Oberdonaukreis mit Eichstätt als Hauptstadt (ab 1817 Augsburg).
1812
Von Kaiser Napoleon I. Russlandfeldzug – Bayern muss 30.000 Soldaten stellen – kehren zwei Bürger aus Unterhausen nicht zurück.
1815-1817
Eine der schlimmsten Hungersnöte wütet in ganz Deutschland, ausgelöst durch den gewaltigen Ausbruch des Vulkanes Tambora in Indonesien. Der Auswurf verdunkelte die Nordhalbkugel fast 1 ½ Jahre. Das Jahr 1816 geht als "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein.
1817
Kauf eines Anwesens durch die Gemeinde Unterhausen, das zu einem Schulhaus umgebaut wird.
1820
Bau des Kirchturmes der Pfarrkirche in Unterhausen.
1825
Neuer Landesherr: König Ludwig I. Seine Hochzeit begründet das Münchner Oktoberfest. In der Gesinnung ist er deutsch-national, in der Kunst schwärmt er für das klassische Altertum. Die klassizistischen Bauten in der Münchner Ludwigstraße und auf dem Königsplatz, die Befreiungshalle und die Walhalla entstehen auf sein Betreiben. Wegen seiner Affäre mit Lola Montez muss er 1848 abdanken.
1830
Protestantische Siedler kaufen die Höfe in Kreut und legen 1842 den Friedhof an.
1838
Der Oberdonaukreis wird umgegliedert in den Regierungsbezirk „Schwaben und Neuburg“.
1846
Oberhausen erhält ein Schul- und Mesnerhaus (heute Gemeindeamt). Das Grundstück kostet 100 Gulden, der Schulhausbau ist mit 3000 Gulden veranschlagt. Weil Oberhausen kein Geld hat, übernimmt der "Allgemeine Schulfond" den größten Teil, der Rest wird auf die Bürger umgelegt. Im Gebäude sind auch die Lehrerwohnung, eine Magdkammer sowie Stall, Tenne und Heubühne untergebracht.
1848
Neuer Landesherr: König Maximilian II. Er fördert Wissenschaft und Kunst, aber auch bayrisches Brauchtum, Tracht und Volksmusik. Er gründet das Maximilianeum, eine bayrische Hochbegabtenstiftung.
1850-1870
Flussbegradigung der Donau, dabei teilweise Absprengung des Felsenspitzes zur Gewinnung von Gestein für die Uferbefestigungen.
1860
Einführung der Landpostboten und der Briefkästen in den Landgemeinden. Briefträger zu Fuß stellen jetzt täglich außer Sonntag von Neuburg aus die Post in den Landgemeinden zu und leeren die Landbriefkästen.
1864
Neuer Landesherr: König Ludwig II. Er strebt nach einem mystisch geprägten Idealbild eines christlichen Königtums. Er zieht sich in Traumwelten zurück und setzt sie in Bauten mit erheblichen finanziellem Aufwand um. Sein Interesse gilt aber auch der Technik und er fördert Richard Wagner. Letztendlich wird er entmündigt und stirbt unter mysteriösen Umständen im Starnberger See.
1870/71
Deutsch-französischer Krieg. Auslöser ist der lapidare Streit zwischen Preußen und Frankreich über die spanische Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Bayern ist bündnistreu und Frankreich wird schnell besiegt. Ein Ergebnis ist die Vereinigung der deutschen Staaten im Deutschen Kaiserreich. Ein Bürger aus Unterhausen verliert sein Leben.
1874
Eröffnung der Donautalbahn Regensburg-Ingolstadt-Donauwörth. Unterhausen wird Bahnstation mit Post im Bahnhofsgebäude.
1876
Währungsreform: Nach der Reicheinigung wird ein einheitliches deutsches Zahlungsmittel eingeführt. Statt Gulden und Kreuzer wird jetzt auch in Bayern mit Mark und Pfennig (Goldmark) bezahlt.
Kalksteinabbau am Steinbruch beim Bahnhof mit Schienen-anschluss zum Bahnhof. Die gebrochenen Steine werden auch zum Ausbau der bayerischen Landesfestung Ingolstadt verwendet.
1879
Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Oberhausen und Unterhausen.
1886
Neuer Landesherr: Für den geisteskranken, nicht regierungsfähigen König Otto übernimmt sein Onkel, der volks- und naturverbundene Prinz Luitpold die Regentschaft. Die folgenden 26 Jahre seiner Regierung gehen als die "gute alte zeit" in die bayrische Geschichte ein.
1888
Neubau eines zweistöckigen Schulhauses in Unterhausen. Abbruch 1968.
1889
Exhumierung und Überführung der Gebeine von Latour d`Auvergne nach Paris und dort Beisetzung im Pantheon aus Anlass der 100-Jahrfeier zur französischen Revolution.
1893
Die Fa. Schulz & Philipp beginnt mit der Ausbeutung der Kieselerdevorkommen bei Kreut und Oberhausen.
1908
Sprengung des 36 m hohen Schornsteines des Kalkwerkes Unterhausen. (Heute befindet sich dort die Schreinerei Burzler)
1909
Bau eines Kalkofens am Huberbruch. (Aufgabe 1956, während der Flurbereinigung 1959 – 62 verfüllt)
1910
Bau der Pfarrkirche St. Clemens in Oberhausen in der heutigen Form.
1912
Neuer Landesherr: Prinzregent Ludwig, ab 1913 König Ludwig III. Sein Interesse gilt der Landwirtschaft, weshalb er den Spitznamen "Millibauer" erhält. Seine Regierungszeit wird aber durch den 1. Weltkrieg geprägt.
1913
Neubau eines Schulhauses in Unterhausen mit Lehrerwohnung.
1914
1. Weltkrieg. Das vom Militarismus geprägte Deutsch Kaiserreich lässt sich am 1. August 1914 mit großer Begeisterung in die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" ziehen. Weihnachten will man wieder zu Hause feiern, doch schon im November erstarren alle Fronten. Nach 4 Jahren Stellungskrieg sind 10 Millionen tote Soldaten und 7 Millionen Zivilisten zu beklagen. Aus Unterhausen fallen 20, aus Oberhausen 11 Soldaten.
1918
Der verlorene 1. Weltkrieg und die Unterversorgung der Bevölkerung führen zur Novemberrevolution, die am 7. November Bayern erreicht und zur Absetzung König Ludwig III. führt. Bayern wird "Volksstaat", dann "Räterepublik", später "Freistaat".
1919
Gründung des Krieger- und Soldatenvereins Unterhausen.
1920
Mit der Weimarer Verfassung werden Bahn, Post und der Rest der Armee "verreichlicht". Bayern ist nur noch ein Land unter vielen im Deutschen Reich.
1921
Beginn der Stromversorgung für elektrisches Licht in Oberhausen und Unterhausen.
1923
Die Finanzierung des 1. Weltkrieges und die Ausweitung der Geldmenge, um die Staatsschulden zu bezahlen, führen 1923 in die Hochinflation. 1 Mass Bier kostet im November 80 Milliarden Mark und ein Brief aus Unterhausen nach Österreich 300 Milliarden Mark. Die Folge ist eine Währungsreform. Auf die Papiermark folgen Rentenmark und dann Reichsmark.
1930
Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Unterhausen.
1936
Baubeginn des Wifo-Tanklagers (Wirtschaftliche Forschungs-gesellschaft), des Buchenberglagers und der Wifo-Siedlung; Erweiterung der Gleisanlagen am Bahnhof Unterhausen.
1938
Oberhausen erhält eine eigene Landpoststelle mit Josef Burgard als Posthalter.
1939
Aus dem Regierungsbezirk „Schwaben und Neuburg“ wird der Regierungsbezirk „Schwaben“.
1939
2. Weltkrieg. Er beginnt am 1. September mit dem deutschen Überfall auf Polen. Es folgten Blitzkriege gegen weitere Nachbarn und der Angriff auf die Sowjetunion. Hitlers Eroberungsstrategie ist nur bis zum Winter 1942/43 erfolgreich. Dann wird die Übermacht der Alliierten immer größer und führt am 8. Mai 1945 zur bedingslosen Kapitulation der deutschen Whrmacht. Die Zahl der Kriegstoten liegt bei 65 Millionen wletweit. Aus Oberhausen fallen 36, aus Unterhausen 24 Soldaten.
1942
In großartiger Gemeinschaftsleistung aller "Wifoten" wird ab 1941 das Waldbad gebaut und 1942 in Betrieb genommen.
1944
Im Höfelholz werden ein Ukrainer und ein Pole durch die SS wegen angeblichen Mordversuchs ohne Gerichtsverhandlung durch den Strang hingerichtet. Dem Ukrainer wird auf der Gedenktafel an dem sog. "Russengrab" hinter dem Kreuter Friedhof gedacht.
1945
Das Ende des 2. Weltkrieges bringt schwere Zerstörungen in Unter- und Oberhausen vor allem durch schwere Luftangriffe amerikanischer Bomberverbände auf die Wifo und die Bahnanlagen, bei denen am 9. April 9 und am 18. April 13 Menschen sterben. Am 26. April setzen amerikanische Kampfverbände über die Donau, dabei gibt es erneut Zerstörungen durch Fliegerbeschuss. Am 27. April ist der Krieg für unsere Orte endlich zu Ende.
1945 ff
Beseitigung der Kriegsschäden, Schwarzmarkt, Aufnahme von Heimatvertriebenen.
1946
Verfassung des Freistaates Bayern.
1948
Währungsreform: Statt mit Reichsmark wird jetzt mit D-Mark gezahlt. Das ist der Startschuss zum Wirtschaftswunder.
1949
Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
1950
Der TSV Ober-/Unterhausen wird gegründet.
1956
Neubau der Schule in Oberhausen.
1958
Sprengung des 48 m hohen Schornsteines am ehemaligen Kalkwerk in Unterhausen.
1959
Bezug der Burgwaldkaserne durch die Bundeswehr. Der Weiler Kreut wird aufgelassen, die Bewohner bis 1961 abgesiedelt, die Höfe später eingeebnet. Das Gelände um den Krametsberg und dem Schönbühl wird Standortübungsplatz. 1963 wird die Kaserne in Tillykaserne umbenannt.
1969
Im Zuge der Schulreform werden die Volksschulen Oberhausen, Unterhausen und Sinning zusammengelegt. Die Oberhausener Schule wird als Grundschule fortgeführt, die Hauptschüler müssen nach Neuburg fahren.
1970
Gründung des Gartenbauvereins Ober-/Unterhausen.
1971
Gründung der Blaskapelle Ober-/Unterhausen.
1971
Freitag, 21. Mai: Bürgerversammlung in Unterhausen; einziger Tagesordnungspunkt: „Geplante Eingliederung der Gemeinde Unterhausen in die Gemeinde Oberhausen“.
Sonntag 23. Mai: Abstimmung über die Eingliederung der Gemeinde Unterhausen in die Gemeinde Oberhausen:
268 Wahlberechtigte
137 Wähler
125 Ja-Stimmen
9 Nein-Stimmen
3 ungültige Stimmen
1972
Die Gemeinden Oberhausen, Unterhausen und Sinning schließen sich auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Oberhausen zusammen.
1973
Im Zuge der Gebietsreform wechseln unsere Orte von Schwaben in den neu gebildeten Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Regierungsbezirk Oberbayern.
1978
Die Gemeinde Oberhausen muss der Verwaltungsgemeinschaft Neuburg beitreten.
Katastrophe am Bahnübergang Unterhausen/Straß; eine Diesellok schnitt einen liegen gebliebenen Tanklaster in zwei Teile, die sofort in Flammen standen.
1979
100-jähriges Gründungsfest der FFW Unterhausen.
1980
Die Gemeinde Oberhausen kehrt zur Selbstverwaltung zurück.
1981
Bau der Mehrzweckhalle und der Sportanlagen bei der Schule in Oberhausen.
1983
Weihe der Ulrichskapelle in Unterhausen.
Oberhausen gibt sich ein Wappen.
1986
Weihe des neu erbauten Gerätehauses der FFW Unterhausen.
1994
Die Tillykaserne wird aufgelöst.
Das Neubaugebiet „Reislein“ ist erschlossen und wird bebaut.
1996
Mit Hilfe der Unterwasserarchäologie wird die römische Donaubrücke zwischen Unterhausen und Stepperg erforscht.
1997
Das Neubaugebiet „Flachsberg I“ wird bebaut. Wenige Jahre später folgt das Neubaugebiet „Flachsberg II“.
2000
Aufgrund der nahezu ungestörten natürlichen Entwicklung in den 35 Jahren der Bundeswehrnutzung wird der ehemalige Standortübungsplatz als "Naturschutzgebiet Kreut" ausgewiesen.
2001
Spatenstich für den Bau der Umgehungsstraße B16.
Erster Weihnachtsmarkt in Unterhausen.
2002
Aus der ehemaligen Tillykaserne entsteht das neue „Kreut“ als vierter Ortsteil der Gemeinde Oberhausen mit Wohn- und Gewerbegebiet.
Währungsreform: Statt mit D-Mark wird jetzt mit Euro gezahlt.
Archäologische Erkundung auf dem Ulrichsberg bei Unterhausen. Die Fundamente eines Gebäudes (vermutlich aus dem 13. Jahrhundert) weisen vielleicht auf die Kapelle hin, die in einer Sage eine Rolle spielt.
2003
Im Zuge des Ausbaues der neuen B 16 werden 8 Gräber aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. freigelegt.
2004
Die Umgehung von Ober- und Unterhausen der B 16 wird eingeweiht.
125-jähriges Gründungsfest der FFW Unterhausen.
2005
125-jähriges Gründungsfest der FFW Oberhausen.
2006
Einrichtung der Wanderwege „Pfade durch die Jahrtausende“.
2008
Die Wohnanlage „Lebensräume für Jung und Alt“ in Oberhausen wird eingeweiht.
Das Neubaugebiet „Strassäcker“ ist erschlossen und wird bebaut.
2011
Das leistungsstarke Multimedia-Breitbandnetz für schnellste Datenübertragung „Oberhausen Unser Ortsnetz“ geht in Betrieb. Oberhausen ist die erste Gemeinde im Landkreis mit schnellem Internet-Zugang für alle.
Eröffnung des Kaffeehauses in Oberhausen als soziale, von Ehrenamtlichen betriebene, Einrichtung.
2012
Die Gemeinde Oberhausen erhält den Bayerischen Qualitätspreis in der Kategorie „Wirtschaftsfreundliche Gemeinde“.
2013
Bombenfund am Bahnhof Unterhausen am 20. September. Ca. 500 Menschen mussten evakuiert werden. Am Abend gelang die Entschärfung.
2014
Die Erschließung des Neubaugebietes "Mühlberg" beginnt. Bei Ausgrabungen werden dort Spuren einer Siedlung aus der Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. gefunden.
Bei den mit einem * versehenen Jahreszahlen werden außergewöhnlich zahlreiche Einwohner drangsaliert, gefoltert und getötet, Häuser und Scheunen durch plündernde und marodierende Soldaten zerstört.
Zusammengestellt von Georg Habermayr und Roland Holzmayr im März 2013.
Aktualisiert von Roland Holzmayr im November 2014.
Einführung Wanderwege
Geschichtlicher Überblick der Gemeinde Oberhausen mit ihren vier Ortsteilen
Wenige Kilometer westlich und südwestlich von Neuburg liegt das Gebiet der Gemeinde Oberhausen. Die Donau bildet eine natürliche Abgrenzung nach Norden. In der Sinninger Flur erstreckt sich die Gemeinde weit ins Donaumoos hinein. Geologisch betrachtet befinden sich die Dörfer Ober- und Unterhausen und der neue Ortsteil Kreut auf einem Ausläufer der Frankenalb südlich der Donau, Sinning auf der eiszeitlichen Lechschotterterrasse. Die Bahnlinie Regensburg - Ulm verläuft zwischen den beiden Landschaftsräumen.
Von der Idee . . .
In den eigenen vier Wänden, gesund, selbständig und in vertrauter Umgebung alt zu werden, das sind Wünsche, die viele von uns in sich tragen.
Wenn sich die Lebensumstände im Alter ändern, die Kinder beruflich bedingt weggezogen sind oder der Bekanntenund Freundeskreis kleiner wird, fühlt man sich den Aufgaben das große Haus und den Garten alleine zu bearbeiten oft nicht mehr gewachsen. Man ist besorgt, ob man bei zunehmendem Hilfebedarf entsprechende Unterstützung findet, und der Gedanke an eine Heimunterbringung, irgendwo im Landkreis scheint dann unausweichlich.
Wappen
Das Wappen der Gemeinde Oberhausen
Seit 1983 hat die nach der Gebietsreform vereinigte Gemeinde ein dreiteiliges Wappen. Das amtlich genehmigte Wappen wird offiziell wie folgt beschrieben: "geteilt; oben gespalten von Gold und Schwarz, vorne auf roten Eicheln, hinten eine goldene Krone, aus der ein silberner Storchenhals mit rotem Schnabel wächst; unten fünfmal von Gold und Blau geteilt". Zwei Symbole haben mit der Ortsgeschichte der drei Dörfer zu tun. Die Goldenden und blauen Streifen entstammen dem Wappen der Grafen von Graisbach, die im Mittelalter auch Ortsherren von Ober- und Unterhausen waren. Auch in den Wappen der Gemeinde Marxheim und deren Ortsteil Graisbach finden sich die gelb-blauen Streifen der Graisbacher Grafen.
Jahresthema
Unser Jahresthema lautet:
Bewegt durchs Kindergartenjahr
Napoleon am Latour Denkmal
Georg Habermayr
Am 27. Juni 2000 war der 200. Jahrestag des Gefechtes bei Oberhausen, bei dem sich verbündete bayerische und österreichische Truppen französische Einheiten gegenüber standen. Während des Gefechtes fiel „Le Premier Grenadier de France“ – der „Erste Grenadier Frankreichs“ Theophile Latour d’Auvergne.
Der Ehrentitel „Erster Grenadier Frankreichs“ war Latour d’Auvergne erst wenige Monate vor seinem Tod von Napoleon I. verliehen worden. Und wenige Monate nach seinem Tode wurde ihm und drei weiteren gefallenen französischen Offizieren zu Ehren das weithin bekannte Latour-Denkmal auf der Höhe zwischen Ober- und Unterhausen errichtet.
1809 – Napoleon in Bayern
In seiner nun über 200 jährigen Geschichte haben viele Besucher das Denkmal aufgesucht und den gefallenen Helden die letzte Ehre erwiesen. Der wohl prominenteste Besucher dürfte zweifelsohne der berühmte Franzosenkaiser Napoleon I. gewesen sein.
Was führte den französischen Kaiser hierher?
Im April des Jahres 1809 waren die alten Feindseligkeiten zwischen Österreich und Frankreich wieder offen ausgebrochen. Österreich hatte – um sich militärische Vorteile zu verschaffen – große Teile von Bayern, das seit 1805 mit Frankreich verbündet war, besetzt. Napoleonische Truppen rückten in Eilmärschen nach Überschreiten der Rheingrenze in zwei Heeresgruppen in Süddeutschland vor und versuchten, die Österreicher zurückzudrängen. Napoleon I. selbst verließ am 13. April Paris, war am 15. in Straßburg und am 16. in Ludwigsburg.
Am 17. April, früh am Morgen, traf er in Donauwörth ein. Von hier aus gingen dann verschiedene von ihm diktierte Briefe/Befehle an seine Generäle bzw. wurde in Donauwörth der Aufmarsch der österreichischen Truppen in verschiedenen Besprechungen analysiert. Am 18. April 1809 schickt er von Donauwörth aus an Marschall Masséna einen Befehl. Dieser ist Befehlshaber des 4. Armeekorps der französischen Streitkräfte und zu diesem Zeitpunkt in Aichach. Dem Befehl ist ein von ihm persönlich verfasster handschriftlicher Nachsatz hinzugefügte. „Activité, activité, vitesse, je me recommande vous! “ - „Aktvität, Aktivität, Schnelligkeit, ich empfehle mich Ihnen!“
18. April 1809
An diesem Tag, einem Dienstag, brach Napoleon I. gegen 11.00 Uhr in Donauwörth mit seinem Reisewagen auf, als Marschall Lannes eintraf. Mit diesem hatte er noch ein längeres Gespräch. Dann verließ er in Begleitung seines Adjutanten Savary Donauwörth endgültig. Er fuhr an Rain vorbei auf der Straße nach Neuburg.
Als er das auf der Höhe zwischen Unter- und Oberhausen stehende Denkmal von Latour d’Auvergne erreichte, grüßte er das Denkmal und ehrte die Toten. In welcher Form diese Ehrung stattfand, ist von den Chronisten nicht überliefert. Es dürfte sich wahrscheinlich nur um eine kurze Ehrung gehandelt haben, denn die Umstände drängten Napoleon I. zu einem schnellen Erreichen von Ingolstadt. Der Chronist berichtet aber noch, dass er sich die Stellungen der französischen Truppen unter dem Befehl von General Moreau, die sie an jenem 27. Juni 1800 innehatten, erklären ließ. Am Nachmittag erreichte Napoleon I. Ingolstadt, wo er unter dem Datum vom 18. April 1809 wieder verschiedene Briefe verfasste.
Ortsumgehung B 16
Betrachtungen über die Entstehung der Umgehungsstraße B 16 neu bei Ober- und Unterhausen
Erwin Moosheimer
Anfang der 80er Jahre – das genaue Jahr kann ich nicht mehr benennen – fuhr ein Bus mit Mitgliedern des Kreistages von der Sinninger Straße Richtung Sehensand und machte auf der Forststraße am Schimmelbogen halt. Geleitet wurde die Exkursion von Herrn Kreisrat Eduard Neunzert, der als Forstamtmann und Revierleiter von Sehensand für dieses Vorhaben geradezu prädestiniert war. Mit von der Partie waren der Leiter des Straßenbauamtes Ingolstadt, Herr Baudirektor Brügel, sowie meine Person als Vertreter der Gemeinde Oberhausen.
Die anstehende Entscheidung des Kreistages für die ursprünglich geplante Trasse der Umgehungsstraße oder einer völligen Neuplanung war Anlass dieser Fahrt. Die Herren wollten sich vor Ort ein Bild machen. Der Abschnitt am Schimmelbogen, wo die Umgehungsstraße nach bisheriger Planung durchführen sollte, war von Herrn Neunzert mit Bedacht gewählt. Selbst einem Laien wurde sofort klar, dass hier enorme Einschnitte und Auffüllungen notwendig würden. Den Ausführungen von Herrn Neunzert, dass in diesem Bereich für den Bau der Straße Kronenbreiten von 40 – 50 m entstehen würden, wurde von Herrn Brügel nicht widersprochen. Hinzu käme, dass der gesamte „Unterhauser Forst“, das größte zusammenhängende Waldgebiet des Neuburger Bereiches südlich der Donau, in seiner ovalen Form der Länge nach durchschnitten würde. Die mit einer derartigen Maßnahme zusammenhängenden negativen Folgen für den gesamten Bereich waren für Herrn Neunzert Anlass, vehement dagegen Stellung zu nehmen. Seine Kreistagskollegen waren dann auch umgehend davon überzeugt, dieser Trassenführung nicht zuzustimmen. Auf die provokante Frage von Herrn Neunzert, wie man eine solche Trassenführung überhaupt planen konnte, erwiderte Herr Brügel, die Planung sei ja auch schon 20 Jahre alt. Damit bestätigte er Aussagen meines Vaters, dass schon während des Flurbereinigungsverfahrens von 1962 – 1965 über eine Umgehungsstraße für Oberhausen diskutiert wurde.
Die Neuplanung der B 16 als Autostraße hatte neben der Verbesserung der Infrastruktur durchaus auch strategische Bedeutung. Die Bedrohung aus dem Osten war stets präsent; mit der Kuba-Krise 1962 strebte der „Kalte Krieg“ seinem Höhepunkt zu. Eine West-Ost-Achse wie die B 16 – ausgebaut als Autostraße – wäre für schnelle Truppenbewegungen ideal. Um dies Ziel zu erreichen, war eine auf weite Strecken völlig neue Trasse erforderlich. Im schwäbischen Bereich sowie von Manching bis Regensburg war der Ausbau bereits weit vorangekommen. Mitte der 70er Jahre wurde die Planung von Rain am Lech bis Weichering konkret vorangetrieben. Während sich für die Strecke von Rain bis Straß eine ideale Trassenführung finden ließ, war der Abschnitt von Straß bis Weichering ungleich schwieriger zu verwirklichen. Die IVG grenzt südlich an die Bahntrasse, kurz danach liegt nördlich der Bahn der Standortübungsplatz Kreut. Wenige Kilometer weiter musste eine Umgehung des Nato- Fluplatzes Zell gefunden werden. Es war also logisch, die neue Trasse südlich der IVG und des Flugplatzes nach Weichering zu führen. Doch plötzlich regte sich Widerstand. Naturschützer und Vertreter der Forstbehörden meldeten Bedenken an. Es waren wohl die ersten Anzeichen des beginnenden Waldsterbens, welche die Verantwortlichen in große Sorge versetzte. Von einer Einigkeit für die geplante Trassenführung war man auf einmal weit entfernt.
Pfarrkirchen
Die Pfarrkirche in Oberhausen:
Sie ist dem heiligen Clemens geweiht. In der heutigen Form wurde sie 1910 erbaut. Der Kern des Turmes stammt aus der Zeit um 1300. Die Deckenbilder mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Clemens aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in die neue Kirche übertragen. Der Hochaltar zeigt das Bild des hl. Clemens, die Schnitzfiguren der Seitenaltäre stellen die hl. Sebastian und Andreas dar.
(Text: Roland Holzmayr)
Gewerbeflächen
Die Gemeinde Oberhausen bietet derzeit kein ausgewiesenes Gewerbegebiet an. Allerdings stehen im Planungsgebiet "Industriepark Oberhausen" ca. 10 ha ausgewiesenes Industriegebiet zur Verfügung. Für Dienstleistungsgewerbe bestehen in der Gemeinde Oberhausen auf Anfrage ebenfalls Möglichkeiten für Ansiedlungen.